Mit dem gemeindlichen Einvernehmen zum Bauantrag der Kindertagesstätte "Mäuseparadies" hat der Gemeinderat am Dienstagabend nach den Worten von Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) ein "deutliches Signal nach außen" gesetzt. Was allerdings überraschte: Für den 3,5 Millionen Euro teuren Neubau, mit dem es noch heuer losgehen soll, gab es ein einstimmiges Votum, nicht aber, was die beabsichtigte Erschließung des Baugrundstücks im Bereich des Bebauungsplans "Kindertagesstätte und Mehrgenerationenzentrum" betrifft.

Bessere Lösung gefordert

Mit dieser war die neue Fraktion Bürgerliste Zukunft Himmelkron (BZH) nicht einverstanden. Sie forderte eine bessere Lösung, die vor allem den Anliegern in der Schulstraße entgegenkommt. Stefanie Meile-Fritz sah hier ein Verkehrschaos auf die Gemeinde zukommen: "Es dürfte klar sein, wie der Verkehr läuft, und darüber hätte man sich als erstes Gedanken machen müssen. So kann man nicht in die Zukunft gehen."

Nicht weniger als 31 Tagesordnungspunkte wollte der Gemeinderat beschlussmäßig behandeln. Streng nach der Geschäftsordnung brach Schneider um 22.30 Uhr bei Punkt 22 die Sitzung allerdings ab.

Keine Probleme bereiteten die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zur Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde. Wie der Bürgermeister dazu feststellte, wurden die wesentlichen Änderungen eingearbeitet.

Anlieger sind besorgt

Zu einer längeren Diskussion führte dagegen ein Schreiben der Anlieger der Schulstraße, die einen 24-Stunden-Verkehr zur Kita und zu einem möglichen Mehrgenerationenzentrum befürchten. Sie halten die Erschließung über das Gelände des gemeindlichen Bauhofs für geeigneter und schlagen außerdem eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der beiden Erschließungsvarianten vor.

Was die Alternativtrasse über den Bauhof angeht, machte Max Müller von der Bauverwaltung deutlich, dass hier haftungsrechtliche Gründe dagegen stehen: "Das Gelände muss abgeschlossen sein."

Nicole Heydemann (BZH) prognostizierte Hunderte von Fahrzeugen, die täglich die Schulstraße passieren werden. "Es geht auch um die Sicherheit der Kinder."

Gerhard Schneider hielt entgegen: "Wir haben 86 Kinder in der Kita, das darf nicht dramatisiert werden. Der Verkehr wird sich verteilen. Wir brauchen die Einrichtung."

Uwe Täuber (CSU) sprach sich dafür aus, zumindest den Baustellenverkehr mit einer Sondergenehmigung über das Gelände des gemeindlichen Bauhofes zu lenken. Harald Peetz (CSU) räumte ein, die Anlieger zu verstehen, "aber ich halte nichts davon, die Zahlen zur Verkehrsbelastung hochzurechnen". Peetz erinnerte auch an die Planung mit einem Wendehammer in der Bahnhofstraße, die aber nicht weiter verfolgt worden sei.

Vier Gegenstimmen

Gegen die Stimmen von Wilhelmine Denk, Stefanie Meile-Fritz, Nicole Heynemann und Frank Günther (alle BZH) wurde dann der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst.

Michael Meißner stellte anschließend die Tiefbauplanleistungen zur Errichtung der Kindertagesstätte vor. Die Kosten für die Erschließungsstraße sowie die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung bezifferte er auf 565 000 Euro. Die Ausschreibung soll im September erfolgen.

Zum Sachantrag der BZH-Fraktion auf Installation einer Photovoltaikanlage sowie einer auf Geothermie basierenden Heizungsanlage für die neue Kita gaben Archtitektin Gitta Kestel und Thorsten Barthelmann vom Büro Käppel in Bindlach Erläuterungen. Das Gremium verständigte sich darauf, die Installation einer PV-Anlage auf dem Gründach weiter zu verfolgen. Bei der Heizungsanlage soll es dagegen bei einer Luft-Wärme-Pumpe bleiben.

Die Vergabe der Bauleistungen in der Bahnhofstraße für den Neubau eines Gehweges und der Fahrbahnerneuerung erfolgte an die Firma STRABAG AG, Neudrossenfeld, zum Angebotspreis von 374 826 Euro.

Stefanie Pochanke vereidigt

Zu Beginn der Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeister Gerhard Schneider die Vereidigung der neuen Gemeinderätin Stefanie Pochanke (CSU) vorgenommen, die an der konstituierenden Sitzung nicht teilnehmen konnte.

Folgende Bauanträge wurden befürwortet: zwei Einfamilienwohnhäuser und eine Handstützmauer in der Königsberger Straße; Anbau einer Eingangsüberdachung an ein Wohnhaus im Bereich Klosteracker. Auf erneute Ablehnung stieß der Antrag auf Nutzungsänderung eines landwirtschaftlichen Anwesens auf dem Grundstück Bauhof 1, hier ist ein Arbeitnehmerwohnheim mit vier Wohneinheiten und 16 Betten geplant.