"Der Laden in der Kulmbacher Innenstadt ist heute wie ein Zuhause", schreiben die beiden Betreiberinnen auf der Webseite ihres Damenmodengeschäfts. 2012 haben sie sich mit der Eröffnung ihres "Dreams" einen Traum erfüllt. "Das wollten wir immer gemeinsam machen", erklärt Simone Schultes am Freitag (9. Januar 2026) gegenüber inFranken.de

Nach jahrelangen Erlebnissen mit den Kunden soll nun allerdings bald Schluss sein, hält die Einzelhändlerin fest. Am 28. Februar 2026 ist der letzte Verkaufstag der Boutique -  danach wird der Laden für immer geschlossen. Die Entscheidung hätten die beiden bereits im Sommer 2025 getroffen, erklärt die Kulmbacherin.

Damenmodegeschäft "Dreams" in Kulmbach schließt: "Vielleicht nicht mehr die Zeit für so einen Laden"

Hauptgrund für die Schließung ist das Alter der Ladeninhaberin Christine Kern: "Sie ist jetzt 66 und hat sich die Rente verdient", sagt Simone Schultes. Außerdem sei die wirtschaftliche Lage aktuell auch nicht die beste.

"Wir waren zwölf Jahre in der Spitalgasse und sind jetzt in der Fußgängerzone. Wir dachten, dass es dort vielleicht mehr Laufkundschaft gibt", erklärt Schultes. Seit rund einem Jahr ist das "Dreams" in der Langgasse zu finden. Allerdings habe sich gezeigt, dass die Nachfrage in Zeiten des Online-Handels vor Ort einfach nicht mehr so groß sei.

Schultes' und Kerns gemeinsamer Traum sei immer der Laden gewesen: "Wir haben das jahrelang zusammen gemacht. Wir haben zusammen den Laden aufgemacht, also schließen wir ihn jetzt auch zusammen". Man müsse sich eben die Frage stellen, ob "es vielleicht einfach nicht mehr die Zeit für so einen Laden ist", so die Betreiberin. Die Entscheidung sei "natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge" gefallen.

"Sind alle traurig": Stammkundinnen reagieren mit Bedauern auf Ladenschließung 

Auch bei den Kunden sorgte die Nachricht für Betroffenheit. "Wir haben zahlreiche Stammkundinnen, die sind alle traurig", so Schulte. Am Mittwoch (6. Januar 2026), einen Tag, nachdem die beiden Betreiberinnen die Schließung sowie den Räumungsverkauf angekündigt hatten, sei sehr viel Kundschaft in das Geschäft gekommen. Denn für einige ist das Modegeschäft mehr als nur ein Ort zum Einkaufen gewesen.

"Wir haben mit unseren Kundinnen gelacht, geweint und geredet. Manche sind einfach so vorbeigekommen, um zu reden". Wie es für Simone Schulte nach der Schließung weitergeht, habe sie noch nicht entschieden. Auch, was mit den Räumlichkeiten des "Dreams" passiert, sei noch unklar. Bis der Laden Ende Februar endgültig schließt, erwartet die Kundschaft Rabatte von bis zu 50 Prozent.

Auch ein Kulmbacher Restaurant schloss vor Kurzem. Der traditionsreiche Betrieb hatte zuvor Insolvenz angemeldet.