Als der Kulmbacher, der uns diese Geschichte erzählte, den Brief von der Behörde studiert hatte, musste er sich erst einmal verwundert die Augen reiben: 40 Euro Verwarnungsgeld sollte er zahlen. Wegen illegaler Entsorgung von Müll.

Wir kennen den Mann: Dass er seinen Dreck einfach irgendwo hinschmeißt, erscheint uns schlicht nicht vorstellbar.

Was also war geschehen? Bei der Papiermüllabfuhr war ein stabiler Karton gefunden worden mit einem Adressaufkleber, auf dem Name und Anschrift des Mannes standen. Allerdings stand der Karton etliche Kilometer entfernt vom Wohnhaus des Mannes in einem anderen Stadtteil am Straßenrand. So etwas darf nicht sein. Weshalb das Gesetz zuschlug.

Erklären ließ sich die Geschichte leicht: Der Mann hatte einer Freundin etliche Ableger von Pflanzen aus seinem Garten geschenkt und die zum Transport in einen nicht mehr benötigten Versandkarton gepackt. Die Freundin ihrerseits gab den Karton als Transportbehältnis noch einmal weiter. Der nunmehrige Empfänger entsorgte ihn ordnungsgemäß mit dem übrigen Papiermüll, nicht ahnend, dass die längere Strecke, die der Karton mittlerweile zurückgelegt hatte, zum Problem werden könnte.

Der ursprüngliche Besitzer des Kartons rief bei der zuständigen Behörde an und klärte den Sachverhalt auf. Man entschuldigte sich und verzichtete, darauf, das Verwarnungsgeld einzutreiben.

Nicht bekannt ist uns, ob der Mann auch künftig Pflanzen-Ableger in alten Kartons verschenken will. Ohne Adressaufkleber.