Der Uni-Campus ist auf einem guten Weg, hat aber noch einige Hürden zu nehmen. Wie Gründungsdekan Stephan Clemens erklärt, läuft die Anwerbung Studierender auf internationaler Ebene für den Studiengang "Food Quality and Safety" seit knapp vier Wochen. Zwischen 20 und 30 Studierende sollen im Herbst am Campus Kulmbach, der zur Universität Bayreuth gehört, zunächst beginnen, ebenso viele Beschäftigte wird man haben.

Dass man mit Kai Purnhagen einen Mann mit internationaler Erfahrung habe gewinnen können, sei sehr erfreulich: "Er ist ein europaweit ausgewiesener Experte im Lebensmittelrecht. Wir konnten uns kaum jemand besseren wünschen." Zwei weitere Rufe an Professoren sind bereits ergangen, wie Clemens erklärt. Für die Digital Health-Professur soll ein Fachmann für Künstliche Intelligenz geholt werden, der zurzeit noch die britische Regierung im Umgang mit der Corona-Krise berät. Kandidatin für die Juniorprofessur Public Health Nutrition ist eine Psychologin, die in Cambridge daran forscht, wie man hilfreiche Apps für die Gesundheitsförderung aufbauen sollte.

Mehr Personal

Darüber hinaus wurden Pia Kaul und Heike Biehl als Studiengangskoordinatorinnen gewonnen. Pia Kaul ist promovierte Biologin und kehrt von der Hochschule Coburg in ihre Heimatstadt zurück. Elke Biehl bringt von ihrer Arbeit bei einer Akkreditierungsagentur einschlägige Erfahrung mit. Assistentin Silke Kämpfer-Hauck vervollständigt das Team.

Sorgen bereitet Stephan Clemens aktuell das Fehlen notwendiger Räumlichkeiten. Bereits im Juni kommen die ersten Professoren an. Sie und auch ihre Mitarbeiter bräuchten Büros. In der Verwaltungsvilla der alten Spinnerei - dort hat die Keimzelle des Campus ihre Büros - sind aktuell noch andere Mieter untergebracht. Die "Immobilien Bayern" (IMBY) erkundet zwar den Markt in Kulmbach, aber das dauert dem Dekan zu lange.

Krise sorgt für Verzögerung

Die Bauarbeiten im zweiten Obergeschoss der Spinnerei kommen langsamer voran, weil aufgrund der Corona-Krise Bauarbeiter aus Ungarn fehlen. Dort sind eine kleine Bibliothek und auch eine Essensausgabe geplant. Und im Obergeschoss des Einkaufszentrums "Fritz" sind die Verhandlungen zwischen Imby und dem Vermieter noch nicht soweit. Für den Semesterstart stehen also aktuell absehbar im Grund keine Räumlichkeiten zur Verfügung.

Zwar hat das Rote Kreuz der Uni ein Angebot gemacht, Räume zu nutzen - und auch die Stadt will welche zur Verfügung stellen - doch Clemens sagt: "Das sind alles Provisorien. Was wir brauchen, sind dauerhafte Arbeitsplätze." Wenn alle Stricke reißen, wäre auch eine Verschiebung des Starts um ein Semester möglich. Das wäre keine Katastrophe, heißt es von Seiten der Universität - bisher aber will man irgendwie doch noch pünktlich starten. am