Hurra, Sommerferien! Der Jubel bei den Kindern war aber schon größer. Denn über Mangel an Freizeit konnte sich ja dank Corona seit Monaten keiner beschweren. Fußball-, Schwimm-, Tennis- oder Karatetraining, Musikstunde oder Kinderfeuerwehr - Freizeitstress war gestern. Und die Eltern? Ihre Begeisterung über geschlossene Schulen hält sich wohl eher in Grenzen, denn auf viele warten sechs Wochen der Herausforderung. Ist doch am Ende des Urlaubs noch so viel vom Jahr übrig. Corona hat schließlich schon arg am Budget der freien Tage genagt. Wohl dem, der Großeltern vor Ort hat, die noch dazu gesund sind und das - wenn auch kleine - Restrisiko einer Ansteckung mit dem für Senioren offensichtlich besonders gefährlichen Virus in Kauf nehmen.

Und wer in den Sommerferien eine Notbetreuung in der Krippe, im Kindergarten oder Hort gebucht hat, kann nur beten, dass die Bälger gesund bleiben. Denn viele Betreuungseinrichtungen nehmen es mit den Vorschriften der Regierung pingelig genau. Wenn sich die Dreijährige einen Popel aus der Nase fischt, muss sie abgeholt werden. Als wären Popel das Indiz für das böse Covid 19.

Doch scheinbar hat endlich ein Virologe die Bayerische Staatsregierung aufgeklärt, dass eine laufende Nase noch lange kein Corona-Virus bedeutet. Denn nach den Sommerferien sollen auch die triefenden Rotznasen wieder betreut werden. Also, liebe Leidensgenossen, noch sechs Wochen auf die Zähne beißen. Christian Schuberth