Ganz entspannt und mit einem Lächeln auf dem Gesicht kam Karl-Ludwig Freiherr von Künßberg Arm in Arm mit seiner Frau Sabina die lange Treppe von Schloss Wernstein herab. Im Hof des Schlosses warteten schon unzählige Gratulanten. Vertreter aus Politik und dem öffentlichen Leben und natürlich viele Verwandte und Bekannte wollten dem bekannten Baron an seinem 90. Jubeltag persönlich die Hand schütteln. 120 Ehrengäste hatten sich angesagt. Sie kamen aus der halben Welt.

Baron Karl-Ludwig freute sich über jedes Bussi, über jeden Händedruck, über jeden Glückwunsch. Er hatte zur Feier des Tages einen nepalesischen Schal und ein nepalesisches Täschchen umgehängt - ein Geschenk von einem Gast.

Immer an der Seite des oberfränkischen Barons war seine Ehefrau Sabina, mit der er seit 1995 verheiratet ist. "Mir kommt es aber viel, viel kürzer vor", lachte der Jubilar.

Karl-Ludwig Freiherr von Künßberg ist in Bamberg geboren, wuchs in Schloss Wernstein auf. Auch heute noch lebt er im Forsthaus des Schlosses. An seinem Jubeltag hatte der Jubilar nur einen Wunsch: Er will noch möglichst viele Jahre genießen können - und er möchte ein E-Bike. Natürlich fährt er auch noch Auto.

Sein größtes Hobby ist die Imkerei. "Ach, dieses Jahr sind meine Bienen ganz schlecht über den Winter gekommen. Ich habe zum ersten Mal 50 Prozent Verlust", klagte der Jubilar. Nicht die Varroamilbe sei schuld gewesen, sondern die Frostperiode. 14 Völker bewirtschaftet der 90-Jährige aktuell. "In diesem Jahr werden wir eine gute Ernte haben", fachsimpelte er. Natürlich kam der Vorsitzende des Imkervereins Hermann Lochner zum Empfang. Auch mit Freiherr Ludwig von Lerchenfeld tauschte sich der Baron über die Imkerei aus. Denn auch der Nachbar-Baron hat Bienen.

Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) und Landrat Klaus Peter Söllner (FW) sowie der Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch (CSU) gaben sich beim Empfang die Ehre. Kulmbachs Ehrenbürger Albert und Margit Ruckdeschel wünschten dem Jubilar, immer frohen Mutes in die Zukunft zu sehen.


Empfang im Schlossgarten

Baron Karl-Ludwig empfing die Gäste im Schlossgarten. Dort blühten die Pfingstrosen, Bienen sammelten Pollen in den prächtigen Rosenbeeten. Der große Bläserchor des Jagdschutz- und Jägervereins spielte auf - und natürlich wurde gegrillt.

Der älteste Sohn des Barons, Felix von Künßberg, blickte auf das bewegte Leben des 90-Jährigen zurück. Der Jubilar hat sieben Kinder (Felix, Florestan, Miriam, Daniel, Wolfram, Iduna und Iris), 31 Enkel und viele Ur-Enkel. Sie kamen aus der halben Welt. Die weiteste Anreise hatte seine Patentochter Karin - sie lebt in Paris.

Baron Karl-Ludwig war Zeit seines Lebens ein begeisterter Flieger. Er war im Krieg bei der Luftwaffe, geriet dann in Gefangenschaft. Als Karl-Ludwig Freiherr von Künßberg frei kam, revolutionierte er die Landwirtschaft und setzte auf biologisch-dynamische Bewirtschaftung.

Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete das als "Vorreitertum". Wernstein wurde sogar staatlich anerkannter Lehrbetrieb. Auf dem Schloss fanden landwirtschaftliche Tagungen statt, der Baron beschäftigte sich schon frühzeitig mit dem Thema Waldsterben. Die Jagd war eine weitere Leidenschaft. Schon mit 16 Jahren begeisterte sie den Baron. Im Alter von 70 Jahren wurde Karl-Ludwig Heilpraktiker. Und bis dato ist er ein "magischer Bienenvater", charakterisierte Felix von Künßberg "den Papa".

"Wir wünschen dir einfach, dass du so bleibst, wie du bist. Vive Karl-Ludwig, vive l'amour! (Es lebe Karl Ludwig, es lebe die Liebe)", sprach der Sohn einen Toast aus und eröffnete damit die launige Feier in einem einzigartigen Ambiente.