Ich hatte in alten Fotos gestöbert und dabei auch ein paar Kinderbilder von mir selbst entdeckt. Die wollte ich einigen Freundinnen nicht vorenthalten und stellte sie deshalb in eine WhatsApp-Gruppe. Die erste Reaktion meiner Freundinnen, alle etwa so alt wie ich, alle aufgewachsen in den sechziger Jahren: Ach wie süß! Die zweite Reaktion: Mein Gott, die Frisur!

In der Tat sieht auf diesen Bildern mein Pony etwas gerupft aus. Allerdings nicht nur bei mir. Die Gruppenmitglieder kramten ebenfalls in Bilderkisten und Fotoalben. Einige Stunden lang amüsierten wir uns sehr über die modischen Extravaganzen und stilistischen Hingucker der damaligen Zeit. Und vor allem über die Haarschnitte. Denn ob dick, dünn, blond oder braun, war uns allen doch eins gemeinsam: ein Pony, der nicht so wirkte, als habe da ein Profi Hand angelegt. Was hat man sich damals dabei gedacht, Kinder so zuzurichten? Vermutlich: "Schneid mer gscheit wos ab, sunst wächsd des gleich widder nei die Aagn."

Liebe Leserinnen, stöbern Sie doch auch ein bisschen. Sie werden sehen: Auch vor Ihnen hat der Pony des Grauens nicht halt gemacht. Es sei denn, es wäre Ihnen so ergangen wie meiner Freundin M.: Die hatte Locken und kam im wahrsten Sinne des Wortes ungeschoren davon.

Falls das frühkindliche Pony-Trauma auch bei Ihnen tief sitzt: Unsere Eltern konnten sichergehen, dass es lange dauerte, bis wieder mal ein Nachschnitt nötig wurde.

Was gäben wir in Tagen wie diesen darum, das auch jetzt wieder sagen zu können!