Wird es irgendwann nach der Corona-Krise wieder so sein wie davor? Werden sich Menschen zwanglos in den Arm nehmen, wenn ihnen danach ist? Unbeschwert auf Feste gehen, ohne sich zu fragen, ob sie davon krank werden?

Ich hoffe es! Das Leben auf Distanz ist machbar, wenn es notwendig ist - keine Frage. Aber schön ist dieser ständige Wächter im Hinterkopf nicht, der uns mahnt: Abstand halten, Maske nicht vergessen, zum 30. Mal an diesem Tag die Hände gründlich einseifen und am besten noch desinfizieren...

Wenn ich in Kulmbach unterwegs bin, und in Gesprächen mit Bekannten, höre ich immer öfter, dass sie kein Verständnis mehr für die verbliebenen Auflagen haben. War doch nicht so schlimm mit Corona..., die wenigsten erkranken schwer..., der Lockdown hat mehr Schaden angerichtet als Nutzen gebracht...

Wirklich? Da habe ich meine Zweifel. Ich hätte in Kulmbach keine italienischen oder spanischen Verhältnisse erleben wollen. Dass uns die erspart geblieben sind, ist sehr wahrscheinlich unserer kollektiven Vorsicht zu verdanken.

Dieselben Menschen, die mir heute erklären, dass das viel Wirbel um nichts war, wären vermutlich die ersten, die den Aufstand geprobt hätten, wenn das Krisenmanagement nicht funktioniert hätte.

Ich mag meine Mund-Nasen-Masken nicht (obwohl sie sehr schön genäht sind: danke Michaela und Romy), aber ich werde sie tragen, solange es nötig ist, um andere zu schützen (und damit letztlich auch mich selbst). Ich habe mir die Corona-Warn-App aufs Handy geladen, weil sie nur etwas bringt, wenn viele sie nutzen.

Aber ich freue mich schon jetzt auf den Tag, wo wir das alles nicht mehr brauchen und der Aufpasser im Hinterkopf Feierabend hat.