Vor wenigen Tagen hat mein geschätzter Kollege Alexander Müller völlig zu Recht darüber geklagt, dass die Corona-Regelungen immer komplexer werden. Tatsächlich blickt kaum noch jemand durch, was wann wo und wie erlaubt ist und warum doch nicht.

Bürokratiemonster

Wir Deutschen sind halt nun mal Bürokratiemonster - einfach geht bei uns nichts, obwohl es aus meiner Sicht so einfach sein könnte.

Denn es spricht viel dafür, dass wir nach einem langen, kräftezehrenden Hürdenlauf, der uns einiges abverlangt hat, endlich auf die Zielgerade eingebogen sind. Nur ein paar Meter - sprich Wochen - müssten wird noch durchhalten, dann wären wir durch, dann hätten unsere tapferen Ärzte den endlich üppig fließenden Impfstoff an beziehungsweise in den Mann oder die Frau gebracht.

Anstatt also darüber zu streiten, ob man als Ungeimpfter mit Schuhgröße 44 bei einer Inzidenz von über 100 nun barfuß über die Wiese laufen darf, sollten wir einfach alle noch ein bisschen die Schlappen anbehalten und unvorsichtige Schritte vermeiden.

Das sind Probleme

Für mich lautet das Zauberwort Solidarität. Monatelang haben wir uns eingeschränkt und auf vieles verzichtet, um auch unseren älteren Mitbürgern eine reelle Chance zu verschaffen, irgendwie heil durch diese Krise zu kommen. Deutschland hat anfangs freiwillig auf Impfstoff verzichtet, damit auch Menschen in ärmeren Regionen Europas Hoffnung haben durften.

Und jetzt - wirklich kurz vor dem Ziel - beklagen manche Politiker vor laufenden Kameras, dass ältere, geimpfte Ehepaare nachts nicht spazieren gehen dürfen. Mein Gott, sind das Probleme.