Das neue ovale Willkommensschild über dem Eingang zum Stadtsteinacher Campingplatz ist nur ein äußeres Zeichen, dass sich etwas verändert hat. Ansonsten geht der Betrieb nach der Schließung im Zug der Coronakrise und der Wiederöffnung vor einem Monat wie gewohnt weiter. "Wir sind gut belegt", sagt Monika Schmidt.

Sie und ihr Mann Jörg haben zum 1. Juli den Campingplatz als neue Pächter übernommen und halten es wie ihre Vorgänger Harald und Angelika Gruhl mit der Devise: "Unsere Camper sollen sich bei uns wohl fühlen." Worauf es dabei ankommt, das wissen die Schmidts aus eigenem Erleben. Sie waren und sind selbst begeisterte Camper. Jörg Schmidt war bisher im Außendienst tätig, Monika Schmidt im Büro.

Ihren Sprung in die Selbstständigkeit empfinden sie aber als "schöne Veränderung", mit der sie Hobby und Beruf verbinden können. Gleichzeitig haben sie auch ihren Arbeits- und Wohnort miteinander verbunden: Die vormaligen Küpser sind im April in ihr neues Häuschen in Unterzaubach eingezogen.

So konnte Bürgermeister Roland Wolfrum Monika und Jörg Schmidt am Wochenende gleich doppelt als Stanicher Neubürger und Jungunternehmer willkommenheißen und ihnen das Stadt-Wappen überreichen - verbunden mit dem Wunsch, dass die beiden den stadteigenen Campingplatz ebenso erfolgreich weiterführen werden wie dies ihre Vorgänger in den vergangenen gut drei Jahren getan hatten.

Wie berichtet, sind Harald und Angelika Gruhl wieder in ihren vormaligen Beruf als Intensivpfleger ans Klinikum Kulmbach zurückgekehrt. Deren Engagement in der Stadt betonte Bürgermeister Wolfrum nochmals: Unter Gruhls Führung seien die Gästezahlen in Stadtsteinach deutlich gestiegen, der Platz habe in der Camper-Szene einen guten Ruf. Dazu habe auch die Stadt mit Sanierungen und Modernisierungen, wie zum Beispiel WLAN, beigetragen.

Die unkomplizierte und positive Zusammenarbeit mit der Stadt betonte Monika Schmidt. Quasi zum Einstand haben die neuen Pächter die Bestuhlung auf dem Gelände erneuert. Derzeit wird das Büro umgebaut. Es wird auch wieder einen Kiosk geben, in dem sich die Camper mit dem Allernötigsten versorgen können.

Das angeschlossene Restaurant mit dem Biergarten bleibt. "Da sind wir uns mit Peter und Sylke Pogner schon einig", sagt Monika Schmidt. "Für die Kinder wollen wir im Lauf der Zeit noch mehr bieten - und irgendetwas mit Wasser wollen wir machen", plant sie weiter. "Das fehlt auf dem Platz, nachdem es in und um Stadtsteinach keinen See oder so etwas gibt."

Angenehm für die Camper sei das Freibad gleich gegenüber. Wann das öffnet, sei sie bereits öfter gefragt worden.

"Irgendwann Mitte Juli", ergänzte Bürgermeister Wolfrum. Die notwendigen Reparaturen seien abgeschlossen, die Becken bereits eingelassen, die Umwälzpumpen liefen und bereiteten die Wasserqualität vorschriftsmäßig auf. Sobald das Okay vom Gesundheitsamt komme, werde das Bad geöffnet. "Ob das am 13. oder erst am 18. Juli sein wird, wissen wird jetzt noch nicht."

Die Belegung des Campingplatzes ist gut, fuhr dann Monika Schmidt fort. "Natürlich in Anbetracht der Mindestabstände und der damit verbundenen räumlichen Einschränkungen, durch die der Platz noch nicht wie an sich möglich belegt werden könnte." Probleme wegen der Maskenpflicht in den gemeinsam genutzten Arealen gibt es gar keine. Auch nicht wegen der durch größere Abstände reduzierten Plätze in den sanitären Anlagen. "Die Camper sind da unkompliziert."

Für den Rest der Saison gebe es viele Reservierungen. "Auch schon für das nächste Jahr haben Camper im Voraus gebucht, nachdem es ihnen bei uns gut gefallen hat," ist Monika Schmidt zuversichtlich, dass der Sprung in die Selbstständigkeit mit dem Stadtsteinacher Campingplatz kein Abenteuer gewesen sein wird.