Die Genossenschaftswelt feiert am 30. März den 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, eines ihrer Gründerväter. Seiner Idee - "Einer für alle, alle für einen" - fühlt sich auch die junge VR-Bank Oberfranken Mitte verbunden: Sie entstand vor einem Dreivierteljahr, als die Kulmbacher Bank und die Raiffeisen-Volksbank Kronach-Ludwigsstadt fusionierten. Am Freitag legte man die erste Bilanz vor.


Eine der größten Genossenschaftsbanken

Die Bankvorstände Dieter Bordihn und Stephan Ringwald konnten mit einer deutlich gestiegenen Bilanzsumme aufwarten: 1,24 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2017 - damit gehört das Kulmbach-Kronacher Bankenbündnis zu den größten Genossenschaftsbanken in Oberfranken.

Ringwald hob hervor, dass beide Vertreterversammlungen einstimmig grünes Licht für die Fusion gegeben haben. Dieser Vertrauensvorschuss sei wichtig. Denn die Genossenschaftsmitglieder seien die Eigentümer der Bank und könnten die Geschäftspolitik mitbestimmen. Bordihn war darauf stolz, "dass wir mit 28830 Mitgliedern die größte Personenvereinigung im Geschäftsgebiet sind, und das wollen wir noch verbreitern".

Laut Ringwald ist die Fusion zu 80 bis 90 Prozent abgeschlossen. "Nun geht es ums Zusammenwachsen - ein Prozess, der etwas länger dauern wird, aber wir sind auf einem guten Weg."


Geschäftsstellen - es wird Schließungen geben

Dabei bleibe die Bank den Idealen des alten Raiffeisen treu, so Bordihn. "Ehrlich, verantwortungsvoll, glaubwürdig - weil wir in der Region verankert sind." Das Kundeninteresse stehe im Mittelpunkt. Im Zeitalter der Digitalisierung liege der Schwerpunkt auf qualifizierter Beratung. Einfache Servicetätigkeiten nähmen ab. Deshalb müsse man die Struktur mit derzeit 29 Geschäftsstellen anpassen. Bordihn: "Wir sind noch in der Prüfung. Es wird Schließungen geben, aber wir werden in der Fläche präsent bleiben."

Die Bankvorstände übten erneut Kritik an der Geldpolitik der EZB. Trotzdem ist man insgesamt mit Ergebnis und Ertrag "nicht unzufrieden".


Zahlen und Daten

Bilanzsumme 1,24 Milliarden Euro (+ 8,8 Prozent)

Kundeneinlagen 1,02 Milliarden Euro (+ 8,9 Prozent)

Mitarbeiter 228, davon 13 Auszubildende

Filialen 29

Kunden 67.600

Mitglieder 28.830 (- 154)

Dividendenvorschlag 2,5 %

Spenden 175.318 Euro für soziale, kulturelle, sportliche und Umweltzwecke

Information Ortsversammlungen - Beginn immer 19 Uhr: 11. April Schützenhaus Kronach (Kronach, Pressig); 12. April Feststadel Neufang (Steinwiesen, Marktrodach, Wallenfels); 17., 18. und 19. April Kommunbräu Kulmbach (Hauptstelle - Hansaviertel, Weiher - Melkendorf, Höferänger); 24. April Rennsteighalle Steinbach am Wald (Steinbach, Tettau, Ludwigsstadt, Wurzbach); 25. April Musikheim Kasendorf (Kasendorf,Thurnau, Mainleus); 26. April Gemeindesaal Neuenmarkt (Neuenmarkt, Wirsberg, Ludwigschorgast); 2. Mai Kleintierzüchterheim Himmelkron (Himmelkron, Lanzendorf, Harsdorf); 3. Mai Schützenhaus Untersteinach (Untersteinach, Trebgast); 8. Mai Gasthaus Weisath, Zettlitz (Rugendorf, Stadtsteinach).