Kreiert hatte es die 31-Jährige mit ihren Braumeister-Kolleginnnen Gisela Hansen, Isabella Straub und Monika Hansen. Die vier brauten ein Bier von Frauen für Frauen. Wie kamen sie überhaupt auf die Idee dazu?


Wie die Zielgruppe ansprechen?

"Wir saßen zusammen und überlegten, wie wir die Zielgruppe Frauen ansprechen könnten", erinnert sich Yvonne Wernlein. Ein Leichtbier kam nicht in Frage, weil das schwache Geschlecht doch lieber "schwer" trinkt, weiß die Trebgasterin.

Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte es drei bis vier Monate. "Bis wir einen Termin fanden, an dem wir alle Zeit hatten." In der Brauerei "Drei Kronen" in Memmelsdorf - dort braut ihre Kollegin Isabella Straub schon seit zwei Jahren die Biere - trafen sich die Damen Ende Juni, um ihren ersten gemeinsamen Sud anzusetzen.

Probeläufe gab es keine. "Man macht einen Sud und hofft, dass der klappt." Sicherheitshalber habe man das kleinste Sudwerk herausgesucht - eben die "Drei Kronen"-Brauerei in Memmelsdorf. Knapp 500 Liter von "HolladieWaldfee" waren nach fünf Monaten Reifezeit das Ergebnis.

Wie schmeckt denn die "Waldfee" eigentlich? Da lässt Yvonne Wernlein das "Poesiealbum des Bieres" sprechen - ein Buch, das bei der Präsentation ausgelegen war und in das die Besucher ihre Meinung eintragen konnten. Der erste Tester schreibt von einem "Obstkorb mit Blumenduft", ein anderer von der "besten Bierschöpfung überhaupt". Die Ananas- und Mandarinennoten des Bieres stammen von neuen Aromahopfensorten, die 2012 zum ersten Mal verwendet werden durften.

Kein Wunder also, dass die 0,33- und 0,75-Liter-Flaschen schnell die Besitzer wechselten und in der Brauerei Haberstumpf die "Waldfee" schon nicht mehr zu haben ist.


Vom Erfolg überrascht

Aber keine Angst, 2013 soll es eine Neuauflage von "HolladieWaldfee" geben. "Das wird wieder eine Weiberrunde erfordern, damit wir sehen, wie wir weitermachen. Denn wir haben nicht damit gerechnet, dass das so läuft." Vielleicht wird es das Bier dann wieder in der Weihnachtszeit zu kaufen geben, überlegt Yvonne Wernlein. "Als hochwertiges Geschenk in Schmuckflaschen." So wie bei der ersten Auflage auch.

Zwar sei durchaus einiges in den Gastwirtschaften der jungen Frauen ausgeschenkt worden, aber der Großteil sei in den Verkauf gegangen. Die vier Frauen kennen sich als Braumeisterinnen in Oberfranken zwangsläufig, wie Yvonne Wernlein weiter erzählt. "Wir kämpfen alle mit den gleichen Problemen, das schweißt zusammen." Dann ist es auch nicht so schwierig, wenn viele Frauen auf einem Haufen zusammenkommen, schmunzelt die 31-Jährige, die nicht ausschließt, im nächsten Jähr eine etwas größere Menge der "Waldfee" zu brauen.

"Eine Spezialsorte ist aber immer ein Risiko", weiß sie und stellt trotz des Erfolgs mit dem Frauenbier klar: "Wir werden nicht größenwahnsinnig."