Die gute Nachricht zuerst. Ich bin geimpft. Zum zweiten Mal schon - und zwar kreuzweise, wie vom Robert-Koch-Institut empfohlen - also nach dem ersten Schuss Astrazeneca in den rechten Arm im Mai nun unlängst ein paar Tröpfchen eisgekühltes Biontech in den linken. Das sollte erst mal reichen, sagt der Arzt.

Doch so ganz glücklich bin ich trotzdem nicht. Nicht etwa, weil ich ein Impfskeptiker wäre. Im Gegenteil. Ich vergleiche Leute, die Angst haben, der Piks könnte ihnen dauerhaft eher schaden, mit Hausbesitzern in Flusstälern, die sich gegen den Bau eines Deichs wehren, weil sie sich mit dem Spaten ja in den Fuß stechen könnten. Aber egal, jeder soll mit seiner Lebensauffassung glücklich werden.

Pappschild um den Hals

Nein, mein Problem ist ein anderes. Wie, bitte schön, soll/kann jemand wie ich, der nach wie vor versucht, ohne ein Smartphone durchs Leben zu kommen, nachweisen, dass er doppelt geimpft ist? Einen digitalen Impfnachweis kann ich schlecht herunterladen, eine App schon gleich gar nicht installieren. Das gute alte quietschgelbe Impfbuch zerknittert nur in der Hosentasche - und mit einem Pappschild um den Hals durch die Gegend zu laufen, auf dem "Hab' einen doppelten Schuss" oder ähnliches steht, ist eher uncool.

Folglich habe ich beschlossen, einen meiner größten Vorsätze aufzugeben. Hilft ja alles nichts.

Und so werde ich mich tätowieren lassen, am besten irgendwo am Handgelenk, wo man es schnell sieht. Leider habe ich bislang noch keinen Tattoo-Guru gefunden, der mir den QR-Impf-Code in die empfindliche Haut ritzen würde. Aber ich gebe nicht auf, ich suche weiter. Das wäre doch gelacht ...