Der interessanteste Punkt der jüngsten Gemeinderatssitzung war der letzte auf der Tagesordnung: die Öffnung des Badesees 2020. Eine Dreiviertelstunde diskutierte das Gremium - und drehte sich bei der Suche nach einer Lösung für die Frage, ob und in welcher Form bei den derzeit gültigen Sonderbestimmungen ein Badebetrieb möglich ist, mehrfach im Kreise.

Tags darauf dann machte ein Anruf aus dem Landratsamt alles hinfällig, worüber man sich im Rathaus die Köpfe zerbrochen hatte: Das Badeverbot für den Trebgaster Badesee ist aufgehoben. Die Abstands- und Hygienevorschriften müssen eingehalten werden, die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Ein Badeaufsicht wird nicht gestellt, der Eintritt ist frei.

Dabei hatte es zunächst ganz anders ausgesehen. Das Fazit von Bürgermeister Herwig Neumann (CSU/NWG) nach der Diskussion im Gremiuim: In Trebgast bleibt es beim Status quo, das heißt, es bleibt erst einmal alles so, wie es derzeit ist. Besucher können demnach weiter den Rundweg um den See benutzen und anschließend auf der Eingangsterrasse Kaffee und Torte genießen, für die Kinder ist der Spielplatz geöffnet. Bis neue Informationen vorlägen, müsse das bestehende Badeverbot aufrechterhalten bleiben, die Fun-Arena bleibe gesperrt.

Neumann appellierte an alle, das Badeverbot zu befolgen. Er verwies darauf, dass zum einen bei Kontrollen 150 Euro Strafe fällig werden. "Außerdem müssen wir damit rechnen, dass bei Nichtbeachtung die Rechtsaufsicht den gesamten Seebereich sperren kann. Das wäre dann der Super-Gau."

Ausgangspunkt war eine Info-Veranstaltung für die Bürgermeister im Landratsamt. Die Staatsregierung hatte ab 8. Juni den Betrieb in Freibädern und Badeseen unter Einhaltung strenger Vorschriften erlaubt. Daraufhin war im Landkreis nur das Freibad Kulmbach geöffnet. Dazu wurde von den Stadtwerken ein komplettes Hygienekonzept erstellt.

Platz ist genug da

Das war für andere Kommunen nur auf den ersten Blick befriedigend, denn besonders bei den Betreibern der Naturseen in Marktschorgast, Rugendorf und Trebgast rauchten die Köpfe, wie sie das organisatorisch, personell und finanziell überhaupt bewältigen können.

Räumlich gesehen - für eine Person müssen 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen - gibt es in Trebgast selbst bei 3000 Besuchern kein Problem. Anders sieht das bei weiteren Auflagen aus: Jeder Besucher muss zahlen- und datenmäßig erfasst werden (Name, Adresse, Telefonnummer). Diese Aufzeichnungen müssen 30 Tage aufbewahrt werden. Es muss ein separater Ein- und Ausgang vorhanden sein. Am Eingang muss mindestens 1,50 Meter Abstand eingehalten werden, zusätzlich muss der vordere Eingangsbereich bei Temperaturen um 30 Grad beschattet werden. Kinder unter 14 Jahren haben ohne Begleitung keinen Zutritt. Die Toiletten und die Einstiegshilfen um den See müssen mindestens dreimal am Tag gereinigt und desinfiziert werden. Ein Bootsverleih ist nicht möglich.

"Das begreift doch kein Mensch"

Werner Köstner (SPD/WG): "Nach allem, was ich jetzt gehört habe, müssten wir den See jetzt eigentlich schließen. Aber in München muss man sich doch jetzt ernsthafte Gedanken machen, wie man für die bayerischen Seen eine vernünftige Regelung findet. Zumal in einer Zeit, in der die Leute in Bayern Urlaub machen sollen." Nicht nur er fragte sich, wieso der Oberauhof eigentlich ein Alleinstellungsmerkmal hat und von den Auflagen befreit ist.

Martin Sesselmann (SPD/WG) wollte wissen: "Wird uns als Betreiber auferlegt, dass wir durchsetzen müssen, dass das Badeverbot eingehalten wird?" Albert Kolb (SPD/WG) stellte klar: "Dieses Konzept ist für uns nicht durchsetzbar. Wir müssen eine Lösung finden, um das Gelände offen halten zu können. Es ist schon schlimm genug, dass niemand ins Wasser darf. Aber wir können doch keinem vermitteln, dass wir im Sommer das See-Areal schließen. Das begreift doch kein Mensch" - Überlegungen, die sich mit dem Anruf aus dem Landratsamt erledigt hatten.

Bauvorhaben beherrschen die Tagesordnung

Der Umbau der Grundschule, verbunden mit dem Anbau eines Horts, nimmt Fahrt auf. Der Trebgaster Gemeinderat Gremium vergab in seiner jüngsten Sitzung die ersten Aufträge für folgende Gewerke: Trockenbauarbeiten für 35 441 Euro an die Firma Näther und Hübner in Thurnau, Trockenbau-Decken für 53 691 Euro an die Firma RBA-GbR aus Bayreuth, Estricharbeiten für 6222 Euro an die Firma Hauenstein eK, Hummelthal, Fliesen- und Natursteinarbeiten für 33 734 Euro an die Firma Sollecito, Bindlach, Innentüren/WC-Wände KG für 10 789 Euro an die Firma Martin Dudnik in Weidenberg-Neunkirchen und Leichtmetalltüren für 43 429 Euro an die Firma Löhner-Metallbau, Naila. In einem Vorgespräch informierten sich die Räte über die künftige Heizung. Der Trend geht dahin, die ohnehin sanierungsbedürftige Ölheizung gegen eine moderne Pelletheizung auszutauschen.

Dem Antrag der Familie Keßler, Bahnhofstr. 16, auf den Anbau einer Werkstatt und eines Carports unterhalb der bereits vorhandenen zwei Garagen, stimmte der Gemeinderat zu. Für einen auf dem Grundstück stehenden Pavillon, der renoviert werden soll, wurde zusätzlich die denkmalpflegerische Erlaubnis erteilt, da der Pavillon unter Denkmalschutz steht.

Zur weiteren Attraktivität des Badesees will die Gemeinde zwölf Ruheliegen aus Massivholz rund um das Gelände aufstellen, die aus dem Regionalbudget der ILE Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland gefördert werden. Der Auftrag wurde an die Firma Spiller in Himmelkron zum Angebotspreis von 9 996 Euro vergeben.

Fast 880 000 Euro für die Kita

Der Auftrag für ein neues Edelstahlgeländer über die Trebgast auf Höhe des Siedlergeländes wurde für 5628 Euro an die Firma Lutz & Wollnik, Thurnau, vergeben. Zusätzlich erhielt die Firma Josef Meisel, Trebgast, den Auftrag, den Fußbodenbelag für 3 752 Euro zu erneuern.

Mit der Kirchengemeinde wurde eine Einigung über die Kostenbeteiligung der Kommune an den anstehenden Neu- und Umbaumaßnahmen der Kita mit Erweiterung der Kinderkrippe um zwölf Plätze erzielt. Von den Gesamtkosten in Höhe von 2,180 Millionen Euro sind 1,373 Millionen Euro förderfähig. Der Fördersatz wurde von der Regierung auf 54,18 Prozent festgesetzt. Zusätzlich ist eine Förderung aus dem Investitionsprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung" möglich. Daraus ergeben sich für die Kirche eine Eigenbeteiligung von 450 000 Euro und für die Gemeinde von 879 245 Euro. Die Räte waren damit einverstanden.

Die Gemeinde Harsdorf wird federführend den Forstweg nach Oberlaitsch neu schottern, walzen und befestigen. Trebgast ist mit 100 Metern an diesem Weg beteiligt und übernimmt einen Anteil von 1500 Euro an den Gesamtkosten in Höhe von rund 30 000 Euro.