Bienen und Blüten brauchen einander - und wir brauchen beide! Wo immer Grundstücksbesitzer die Möglichkeit haben, sollten sie deshalb an die pelzigen Bestäuber denken. Diese Gelegenheiten sind zahlreich, kosten nicht viel und sind obendrein schön anzuschauen, sagt Anna Lena Neubig. Als Kreisfachberaterin für Gartenkultur sucht sie für öffentliche Grünflächen geeignete Pflanzen aus und unterstützt auch die Mitglieder der Gartenbauvereine im Landkreis mit ihrem Wissen.

Ein Beispiel für ein pflegeleichtes, blühendes Beet hat sie direkt an ihrem Arbeitsplatz: Vor dem Kulmbacher Landratsamt blühen unter anderem viele Quadratmeter Katzenminze. Der Bodendecker mit den verschwenderischen zartvioletten Blüten ist nicht nur bei Katzen beliebt, sondern auch bei Bienen und Hummeln. Dort summt, brummt, sirrt und schwirrt es von früh bis spät.

Die Katzenminze ist auch ein prima Begleiter zu Rosen, die ebenfalls bei Bienen hoch im Kurs stehen - vorausgesetzt sie haben ungefüllte oder nur halbgefüllte Blüten, damit die Insekten gut an den Pollen herankommen. Öfterblühende Sorten bieten ihnen bis in den Herbst hinein Nahrung.

Ohne Bienen keine Ernte

84 Prozent der vom Menschen genutzten Pflanzen werden durch Insekten bestäubt, darunter die meisten Obst- und Gemüsepflanzen. Ohne ihre Mithilfe gibt es keine Ernte auf unseren Feldern und in unseren Gärten. Honig- und Wildbienen haben an dieser wichtigen Arbeit den größten Anteil, aber auch Fliegen und Käfer leisten ihren Beitrag. Umgekehrt sind blühende Kultur- und Wildpflanzen für Bienen unverzichtbare Futterquellen.

Honigbienen besuchen fast alle heimischen Wildblüten sowie die meisten Gemüse- und Obstblüten. Viele Wildbienen sind dagegen auf bestimmte Pflanzen angewiesen, deren Blüten zur Länge ihres Rüssels passen und den richtigen Pollen für ihre Brut liefern. Das gilt besonders für die Hummeln, die ebenfalls zu den Wildbienen gehören.

Wie schaffen wir es, in unseren Gärten ein perfektes Blüten-Buffet anzurichten? Drei Aspekte sind wichtig, weiß Fachberaterin Neubig. "Erstens vielfältige Sorten pflanzen, zweitens viele ungefüllte Blüten und Wildblumen, an die heimische Arten optimal angepasst sind. Drittens ist es elementar wichtig, dass möglichst das ganze Jahr über etwas blüht."

Die Realität sieht leider oft anders aus: Vom zeitigen Frühjahr bis zum Frühsommer gibt es ein riesiges Angebot: Krokusse und Schneeglöckchen, Narzissen und Tulpen, Obstbäume, Pfingstrosen, Rosen und viele mehr - Blüten überall. Danach wird es in den Gärten spärlicher. Das Futter wird knapp.

Hobbygärtner, die den Bienen in dieser Zeit Gutes tun wollen, säen und pflanzen deshalb viele einjährige Sommerblumen mit ungefüllten Blüten, die die Lücke zu den spät blühenden Stauden wie beispielsweise der Herbst-Fetthenne oder den Astern überbrücken.

Wertvolle Wiese

Und wer eine Wiese hat, sollte diese nicht ratzeputz abmähen, sondern Bereiche stehen lassen, in denen sich Wildblumen entfalten und wieder versamen können. Das tut nicht nur den Bienen gut, sondern dem gesamten Ökosystem.

Top 10 für die Wildbienen

Jahreszeiten Nicht nur im Frühling brauchen Wildbienen Nahrung, auch im Sommer sollte der Blütentisch reich gedeckt sein. Diese 10 Pflanzen lieben Bienen besonders:

1. Lavendel

2. Rosen

3. Katzenminze

4. Herbst-Fetthenne

5. Ringelblume

6. Nachtkerze

7. Thymian

8. Sonnenhut

9. Astern

10. Sonnenblumen