Harmonieren säkulares und christliches Liedgut miteinander? Sehr wohl! Den Beweis trat das Kulmbacher Sextett "D.I.E.B.A.N.D" bei seinem viel umjubelten Konzert am Samstagabend im Kulmbacher Jugendzentrum (JUZ) "Alte Spinnerei" an. 50 Besucher aller Altersklassen waren vom ersten bis zum letzten Ton begeistert von dem abwechslungsreich gestalteten Konzert. Eine fast schon sakrale, feierliche Stimmung machte sich im Café des JUZ breit, als die Kapelle sich daran machte, das Lied "Fix You" der englischen Popband "Coldplay" zu interpretieren. Christian Hanf erschuf mit seinem Keyboard einen Klangteppich, der ein bisschen an eine Kirchenorgel erinnerte. Dazu sangen Katrin Hendrich und Stefan Ludwig auf zärtlich-betörende Weise von dem Versprechen, jemandem auch in verzweifelten Situationen beizustehen.
Viele suchen in solchen Situationen Halt bei Gott. "Doch der Glaube mit Gott ist nicht mitunter schwer zu fassen", gab Ludwig ohne Umschweife zu, um dann die gedankliche Brücke zum nächsten Lied zu schlagen: "Er ist so groß wie ein Ozean." Davon handelte das Lobpreis-Lied "Oceans" der christlichen Musikgruppe "Hillsong United", das wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge zu dem vorherigen Popsong passte.

"Wir sind alle gläubige Christen", stellte Ludwig seine Mitmusikanten vor, zu denen neben Hanf und Hendrich auch noch Stefan "Bonsai" Lehner (Gesang und Mundharmonika), Stefan Niemann (zwölfsaitige Gitarre) und Johannes Rübesam (Schlagzeug) zählten. Für Ludwig ist es ein Geschenk an Gott glauben zu dürfen. "Weil er mir Kraft, Hoffnung und Zuversicht gibt", sagte der evangelische Diakon. Die sechs Damen und Herren kennen sich aus der Jugendarbeit. Zur Band kamen sie wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde. Im vergangenen Jahr war die Gruppe, die den Gottesdienst bei der Motorrad-Sternfahrt in Kulmbach musikalisch ausgestalten sollte, kurzfristig ausgefallen. "Ich wurde angefragt, ob ich nicht mit Katrin Hendrich und Stefan Niemann, mit denen ich öfters musiziere, bei der Sternfahrt spielen würde. Für die große Veranstaltung sollte es schon ein kräftigeres Klangbild sein. Deshalb entschlossen wir uns, weitere Musiker aufzunehmen und ‚D.I.E.B.A.N.D‘ zu gründen", verriet Stefan Lehner in der Konzertpause.
Bei den weltlichen Songs gibt es für die Musiker keine Auswahlkriterien. "Wir spielen, was uns gefällt und Freude bereitet", erklärte Ludwig, um sogleich hinzuzufügen: "Viele der Lieder haben einen tieferen Sinn." Einige verfügen auch über einen hohen Bekanntheitsgrad. Lieder wie "Son Of A Preacherman" oder "Hotel California" mögen schon einige Jahre auf dem Buckel haben, doch noch heute pfeifen sie die Spatzen von den Dächern, wie sich an den Lippen der mitsingenden und mitsummenden Zuhörer im JUZ ablesen ließ.

Die sechs Akteure spielten sie auf der Wohnzimmerbühne im Café des JUZ unter einem Sonnenschirm mit bunten Lampions, was den freudvollen Charakter des Abends unterstrich. Beseelt von Besinnlichkeit, guter Laune und geistiger Erbauung fiel den Zuhörern der Abschied sichtlich schwer. Gemeinsam mit den Musikers stimmte man ein kollektives "Hallelujah" an, ehe sich letztere von ihren Fans mit einem Segenslied verabschiedeten, in dem es heißt: "Ich wünsch Dir Gottes Segen. Geborgenheit in Vater, Sohn und Geist".
Anschließend ging der Spendenhut herum. Die Erlöse aus dem Konzertabend kommen dem "Kinder-Mitmach-Zirkus" der evangelischen Jugend Kulmbach zugute.



Stephan Stöckel. Konzert JUZ 1: Bildunterschrift: Foto: Stephan Stöckel. Konzert JUZ 2: Bildunterschrift: Foto: Stephan Stöckel. Konzert JUZ 4: Foto: Stephan Stöckel.