Hinter Camelia Fiedler liegt eine lange und anstrengende Nacht: Stundenlang hat die Leiterin des Kulmbacher Gesundheitsamtes am Donnerstag telefoniert, hat sogar einige Hausbesuche gemacht.

Aber am Ende hat sie es geschafft: Alle 91 Personen, die in der letzten Woche Kontakt mit einer am Coronavirus erkrankten Frau hatten, wurden über die Erkrankung informiert. Bei allen wurde eine 14-tägige häusliche Quarantäne angeordnet.

Wie berichtet, war am Donnerstag bei einer 38-Jährigen aus dem Landkreis eine Infektion mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Die Frau ist Lehrerin am Caspar-Vischer-Gymnasium und war mit 80 Kindern der siebten Jahrgangsstufe und elf weiteren Lehrkräften in der letzten Woche im Skilager in Österreich. In der Woche zuvor hatte sie sich mit ihrer Familie in Südtirol aufgehalten.

Am Freitag informierte das Landratsamt Kulmbach über Details des Falls. Demnach zeigt die betroffene Frau nur minimale Krankheitssymptome. Getestet worden war sie vom Hausarzt, der eigentlich gerufen worden war, weil es in der Familie Krankheitssymptome gab. Infiziert ist aber einzig die 38-Jährige. Vom Landratsamt wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Hausarzt dabei Schutzkleidung getragen und den Test in der Wohnung der Familie durchgeführt habe, so dass von ihm keine Gefahr für andere Patienten ausgehe.

Die Schüler und die Lehrkräfte, für die Quarantäne angeordnet worden ist, wurden gestern ausnahmslos alle ins Gesundheitsamt gebeten und dort getestet, so Camelia Fiedler. "Wir hoffen, dass wir die Testergebnisse bis Montag haben." Die Angehörigen der Kinder und Lehrer wurden gebeten, bis zum Vorliegen der Testergebnisse möglichst zu Hause zu bleiben.

Von Vorteil sei gewesen, dass alle Teilnehmer des Skilagers letztmals am 21. Februar in der Schule gewesen seien. Danach waren zunächst Faschingsferien, dann fand das Skilager statt. Nach der Rückkehr aus dem Skilager waren die Siebtklässler vier Tage lang daheim geblieben: Wegen eines Corona-Verdachtsfalls war der Unterricht am CVG für vier Tage ausgesetzt worden. Dieser Verdacht hatte sich nicht bestätigt. Er steht auch in keinem Zusammenhang mit dem aktuellen Fall.