Quo vadis, Altenpflegeschule? Beim Stadtsteinacher CSU-Ortsverband schrillten jüngst die Alarmglocken, man sehe die Zukunft der Einrichtung skeptisch, wie der CSU-Ortsverbandsvorsitzende Klaus Witzgall äußerte. Demnach sei es nicht ausgeschlossen, dass das Bayerische Rote Kreuz, das die Altenpflegeschule in Trägerschaft führt, zumindest Teile nach Kulmbach verlegen wolle. Sogar von einer Schließung sei die Rede: Witzgall: "Bürgermeister Roland Wolfrum sagt zwar, die Altenpflegeschule sei ungefährdet. Aber wir werden im Stadtrat einen Antrag stellen, dass die Einrichtung nicht geschlossen wird."

"Die Meldung, wonach die Einrichtung vor dem Aus stehen soll, entbehrt jeder Grundlage", betonte hingegen Landrat Klaus Peter Söllner, der zugleich BRK-Kreisvorsitzender ist, gestern gegenüber der BR. Der Standort Stadtsteinach habe Bestand, von einer Verlagerung nach Kulmbach könne keine Rede sein. "Auch OB Henry Schramm vertritt diese Auffassung. Er ist hier völlig an meiner Seite."
Die Schule war 1982 als zweite ihrer Art im Regierungsbezirk Oberfranken gegründet worden. 1991 wurde sie zur Fachschule für Altenpflege und - als weiterem Bildungsangebot - zur Altenpflegehilfe. Seit 2003 ist die Einrichtung anerkannt als Berufsfachschule für die beiden genannten Fachrichtungen.

2011 hatte der BRK-Kreisverband Kulmbach die Schule als Betriebsträger übernommen. "Ziel dieser Entscheidung war ganz klar, den Standort Stadtsteinach langfristig zu sichern." 2013 schließlich wurde der Bildungskatalog auf 29 verschiedene Fort- und Weiterbildungen erweitert. Seither sind auch Seminare möglich wie etwa die Weiterbildung zum Hygienemanager, zur Wohnbereichsleitung und in der Palliativpflege.


Plus bei den Schülerzahlen

Der Erfolg lasse sich messen, so Söllner. "Wir verzeichnen eine gravierende Aufwärtsentwicklung bei den Schülerzahlen. Seit der Übernahme können wir ein Plus von 20 Prozent verweisen, von ehemals 70 auf rund 90 Schülerinnen und Schüler." Darüber hinaus habe der Kreisverband fünf zusätzliche Stellen für Lehrer geschaffen - und das auf eigene Kosten. "Damit erfüllen wir heute schon die Richtlinien des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes. Das wiederum zeigt: Wir nehmen die Entwicklung sehr ernst und wollen weitsichtig handeln."

In der Pflege-Diskussion habe sich eine neue Situation ergeben. "Die Zeichen stehen stark auf Ausbau - auch in Stadtsteinach. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD steht, dass Minimum 8000 neue Pflegekräfte benötigt werden. Gesundheitsminister Jens Spahn hat nun weitere 5000 avisiert. Fest steht aber auch: Diese Fachkräfte von morgen müssen ausgebildet werden und wachsen nicht auf den Bäumen." Für Einrichtungen wie die in Stadtsteinach bedeute das laut Söllner: "Pflegeschulen werden Konjunktur haben. Daher versuchen wir, die Kapazität in Stadtsteinach auszuweiten." Das Missverständnis mit einer angeblichen Verlagerung von Angeboten könne, so der Landrat, daher rühren, dass ein Kurs in Kulmbach stattfinde. "Unser Plan ist, Stadtsteinach weiter auszubauen. Wir hoffen dafür auf ein Förderprogramm, um den Anforderungen auch baulich gerecht zu werden."