Steigende Energie-, Rohstoff- und Transportkosten, Tariferhöhungen, die bei den Personalkosten durchschlagen: Auf die Biertrinker kommen weitere Preiserhöhungen zu, sagt der Bayerische Brauerbund, der davon ausgeht, dass viele Brauereien den finanziellen Mehraufwand an die Kunden weitergeben werden. "Alles, was teurer werden kann, wird teurer", so Hauptgeschäftsführer Lothar Ebbertz.

Der Kostendruck setzt auch den heimischen Brauereien zu. Ob sie an der Preisschraube drehen (müssen)? Wir haben nachgefragt. Bei Schübel-Bräu in Stadtsteinach wird der Kasten Bier, der bis dato 14 Euro kostet, ab dem kommenden Jahr wohl 50 bis 70 Cent teurer werden. "Zwei bis drei Cent werden wir für die Flasche mehr verlangen müssen", sagt Braumeister Jürgen Münch. Nach drei Jahren, in denen man auf Erhöhungen verzichtet habe, werde man nun zu der moderaten Anpassung gezwungen. Nicht nur für Malz, Hopfen und Braugerste müsse die Brauerei mehr zahlen. Selbst bei den Kronkorken sei wegen der hohen Metallpreise mit einer Kostensteigerung von vier bis fünf Prozent zu rechnen.

Es bleibt bei 2,60 Euro

Auch die Brauerei Haberstumpf in Trebgast bekommt den Kostendruck zu spüren. Eine Bierpreiserhöhung sei im Augenblick aber noch nicht vorgesehen, sagt Braumeister Otmar Müller, der weiß, "dass alle Preise durch die Decke gehen". "Ausschließen können wir nicht, dass auch unser Bier teurer wird. Wir warten aber erstmal die weitere Entwicklung ab." Wer in der "Hockerstube" auf dem Brauereiareal einkehrt, werde vorerst weiterhin 2,60 Euro für das Seidla zahlen.

Kommun geht anderen Weg

Eine Bierpreiserhöhung sei bei der Kulmbacher Kommunbräu nicht das Mittel erster Wahl, um höhere Kosten aufzufangen, stellt Braumeister Alexander Matthes fest, der auch Vorstand der Genossenschaft ist. "Wir sind zweck-, nicht gewinnorientiert", sagt Matthes, der einen höheren Bierpreis - in der Kommun zahlt man derzeit drei Euro für das Bier - 2022 aber nicht ganz ausschließen kann. Auch wenn die steigenden Energie-, Rohstoff- und Transportkosten durchschlagen ("Der Malzpreis wird zum Beispiel explodieren") - Hauptpreistreiber in der Kleinbrauerei, die fünf Angestellte hat, sind seinen Worten zufolge die Löhne. Um die Kosten im Griff zu behalten, setze die Brauerei, die durch die Turbine in Sachen Stromerzeugung schon unabhängig sei, auf Investitionen in neue Technik. So werde auch über die Installation einer PV-Anlage nachgedacht.

Ob die Kulmbacher Brauerei und das Neudrossenfelder Bräuwerck ihre Bierpreise erhöhen werden? Wir haben bei beiden nachgefragt, aber keine Antwort erhalten

Der Brauerbund schätzt, dass viele Unternehmen um einen höheren Bierpreis nicht herumkommen. Einen Überblick hat der Verband nicht. "Ob, wann und um wie viel die einzelnen Brauereien ihre Preise erhöhen, entscheiden die Unternehmen selbst", so Hauptgeschäftsführer Lothar Ebbertz..