Die Polizei geht auch weiterhin von einem technischen Defekt als Ursache für den Großbrand im Schützenheim am 2. September aus. Die Ermittlungen laufen weiter. In der nächsten Woche wollen zusätzlich die Versicherungen die Brandstätte genau unter die Lupe nehmen. Aber die Schützen beschäftigen sich jetzt schon mit den Neuaufbau. Am 21. September initiieren sie eine große "Worschdpartie".
"Der Schützenverein und das Schützenhaus waren mein Leben. Ehrlich gesagt, stehe ich immer noch unter Schock. Ich raff's noch nicht", sagt Vorsitzende Inge Winkler. Sie zeigt auf ein großes schwarzes Etwas in der Brandruine. "Das war unser neuer Kühlschrank. Für den habe ich noch nicht einmal die Rechnung. Den haben wir erst Mitte August einbauen lassen", erzählt sie. "Heute habe ich die Rechnung für die Heizungsssanierung überweisen: 1200 Euro - und jetzt ist nichts davon übrig", berichtet sie und fügt mit zusammengekniffenen Lippen hinzu: "Das tut schon weh."

Immer noch gesperrt


Unter dem Schutthaufen liegen die ganzen Vorräte, die man bereits für die Kerwa eingekauft hatte: Schnaps, Fleisch. "Wir haben schon gefragt, ob wir wenigstens diese Sachen rausholen können, aber das geht nicht. Ich habe Angst, dass die Ratten kommen."
Überhaupt würden sich die Untersteinacher Schützen am liebsten sofort ans Aufräumen machen. Denn das Warten ist schlimm. Man denkt, man grübelt, man sinniert, wie so eine Katastrophe passieren konnte. Wenn man den Wiederaufbau in Angriff nehmen könnte, hätte man alle Hände voll zu tun.
Aber die Brandstätte ist noch nicht freigegeben. Noch immer sind die Bänder mit der Aufschrift "Polizeiabsperrung" gespannt. "Die Ermittlungen laufen weiter. Wir haben noch keine anderen Anhaltspunkte als technischer Defekt, aber unsere Spezialisten sind an der Aufklärung dran", sagt Polizeipressesprecherin Beate Weiß. Tatsächlich haben die Brandhunde keine Hinweise auf Brandstiftung gefunden. Aber bis die Fakten ausgewertet sind, ist Geduld angesagt.

Versicherungsgutachter


In der nächsten Woche kommen auch Gutachter von den Versicherungen. Die Untersteinacher Schützen hatten eine Gebäudeversicherung, die Schäden bis zu 170 000 Euro abdeckt, und eine Inventarversicherung. Doch versichert ist nur das Inventar im Gaststättenbereich. Ausgeschlossen sind alle schießtechnischen Einrichtungen wie die Zuganlagen, die Gewehre, die Kleidung, die Computer für die Wettkämpfe, der Kompressor zum Befüllen der Pressluftkartuschen und auch die Scatt-Anlage für die Lichtpunktgewehre.
"Die Mitglieder unserer drei Mannschaften, die beim Wettbewerb starten, trainieren schon wieder zwei Mal pro Woche", sagt die Vorsitzende und ist stolz auf die Durchhaltekraft und die Stärke der Jugend. Und in einer großen Welle der Hilfsbereitschaft haben die Schützen bereits zahlreiche Spenden bekommen. Ein großes Schlachtfest am 21. September im Untersteinacher Blasmusikheim soll nun einen ersten Grundstock für den Wiederaufbau bringen.

Spendenkonto


Auch ein Spendenkonto für den Wiederaufbau des Schützenhauses wurde eingerichtet. Einzahlungen werden erbeten auf das Konto 710 644 39 66 bei der Kulmbacher Bank (771 900 00).