Was als Provokation in einem Fernreisebus auf der A9 im Landkreis Kulmbach begann, eskalierte am Dienstag, 12. Mai 2026, zu einem Fall für Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Bayreuth: Ein 38-Jähriger Bus-Passagier soll dem hinter ihm sitzenden Fahrgast (46) zunächst mit der Faust ins Gesicht geschlagen und dann ein Einhandmesser gezogen haben – mitten unter 49 Reisenden.

Was den Vorfall auf der oberfränkischen Autobahn zu mehr als einer Schlägerei macht: Ein 25-Jähriger griff beherzt ein und wurde dabei verletzt. Der Bus hielt schließlich an der Anschlussstelle Bayreuth-Süd, Polizei und Rettungskräfte rücken aus, um den Angreifer festzunehmen.

A9 in Oberfranken: 38-Jähriger verstellt Sitzlehne - und schlägt zu 

Laut gemeinsamer Erklärung des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Bayreuth ist es am Dienstag, 12. Mai 2026, auf der Autobahn A9 bei Himmelkron im Kreis Kulmbach zu einer gefährlichen Auseinandersetzung in einem Fernreisebus gekommen. Ein Fahrgast habe dabei einen Mitreisenden angegriffen und ein Messer gezogen. 

Demnach steht ein 38-jähriger pakistanischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz im Landkreis München im Verdacht, auf der Fahrt des Fernreisebusses von Polen nach Italien seinen 46-jährigen polnischen Hintermann provoziert zu haben, indem er wiederholt die Rückenlehne seines Sitzes zurückstellte. Als der polnische Staatsangehörige, wohnhaft im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz, den Mann darauf ansprach, schlug dieser ihm unvermittelt mit der Faust ins Gesicht.

Der Geschädigte erlitt dabei leichte Verletzungen im Nasenbereich. Dem Ersatzbusfahrer gelang es laut Polizei zunächst, die beiden Kontrahenten zu trennen.

Messer aus Rucksack geholt - Mitreisender greift ein

Kurz darauf holte der Tatverdächtige jedoch seinen Rucksack aus dem Gepäckfach. "Er wird verdächtigt, aus dem Rucksack ein Messer herausgezogen und auf den 46-jährigen Hintermann gerichtet zu haben", heißt es in der Mitteilung der Behörden wörtlich.

Ein 25-jähriger Mitreisender aus Italien erkannte die Gefahr und griff geistesgegenwärtig ein: Er entriss dem 38-Jährigen das Einhandmesser, erlitt dabei jedoch selbst leichte Schnittverletzungen an der Hand. Der mit 49 Personen besetzte Fernreisebus hielt schließlich an der Anschlussstelle Bayreuth-Süd an.

Dort nahmen Beamte den stark alkoholisierten Tatverdächtigen widerstandslos fest und veranlassten eine Blutentnahme. Das Messer wurde als Tatmittel sichergestellt.

Ermittlungen wegen versuchter Tötung 

Der Polizei zufolge hat die Kriminalpolizei Bayreuth die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts gegen den Tatverdächtigen aufgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth ordnete ein Ermittlungsrichter Untersuchungshaft gegen den pakistanischen Staatsangehörigen an. Er befindet sich inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt. 

Mutige Zivilpersonen, die bei Messervorfällen beherzt eingreifen, sorgen in der Region immer wieder für Schlagzeilen: So überwältigten Passanten am Bayreuther Busbahnhof im September 2025 einen Jugendlichen mit Messer und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest – zum Glück blieben damals alle unverletzt.