Es war eine Mammutsitzung für den Gemeinderat Himmelkron am Dienstagabend. Nach zwei Stunden nichtöffentlicher Sitzung folgten drei Stunden öffentlicher Sitzung, und hier diskutierte das Gremium, "was das Zeug hielt". Im wahrsten Sinne des Wortes ein "heißes Eisen" war dabei die Entscheidung, wie das neue Schutzgeländer an der historischen Baille-Maille-Brücke aussehen soll. Nach über einer Stunde legte sich der Gemeinderat nach vorher teilweise sehr konträr geführten Diskussion fest und das einstimmig: Die Ingenieurgemeinschaft K+ U-Plan aus Wunsiedel soll die Arbeiten für ein Füllstab-Geländer öffentlich ausschreiben; die Arbeiten sollen im Frühjahr 2019 ausgeführt werden. Die geschätzten Baukosten mit rund 100 000 Euro setzten den Gemeinderat allerdings gehörig ins Staunen.
Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) verwies auf den tragischen Unglücksfall mit dem gebrochenen Brückengeländer vor nunmehr zwei Jahren, bei dem mehrere Personen in den Main stürzten. Seit diesem Zeitpunkt ist die Brücke gesperrt. Es wurden wiederholt Überlegungen angestellt, die Brücke für die Fußgänger wieder begehbar zu machen, aber weder das Amt für Ländliche Entwicklung noch das Landesamt für Denkmalpflege fand eine pragmatische Lösung. Bürgermeister Schneider: "Mittlerweile sind wir aber einen großen Schritt voran gekommen, denn die Ingenieurgemeinschaft K + U-Plan hat uns mehrere Varianten für ein Brückengeländer vorgelegt und auch mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt." Was die geschätzten Kosten von rund 100 000 Euro angeht, wurde Bürgermeister Schneider deutlich: "Als ich die Preise gehört habe, dachte ich, mich trifft der Blitz!"
Karsten Uhlig vom Büro K + U-Plan stellte fest, dass die historische Bogenbrücke das eigentliche Highlight der berühmten Baille-Maille-Allee ist und ein vorschriftsmäßiger Schutzgeländer ein notwendiges Übel ist. Die Höhe des Geländers muss - damit sie auch mit einem Fahrrad passiert werden kann - 1,30 Meter betragen. Würde man die Brücke nur für Fußgänger beschränken, würde eine Höhe von einem Meter ausreichen.
Uhlig legte dem Gemeinderat drei Varianten für das knapp sechs Meter lange, beidseitige Geländer vor. Das Füllstab-Geländer ordne sich, wie Uhlig betonte, dem Bild der Brücke unter. Die Farbgestaltung soll in einem mittelgrauen Ton erfolgen und mit einem Handlauf aus Edelstahl abschließen. Ein wesentlicher Punkt ist die Verankerung des Brückengeländers. Dafür muss eigens das vorhandene Sandsteingesims ab- und danach wieder aufgebaut werden. Mit den Arbeiten soll auch eine 30 Zentimeter breite Wasserrinne geschaffen werden, um die Problemstellen des Geländers vor dem Oberflächenwasser fern zu halten.
Die Ausschreibung der Arbeiten soll im Oktober dieses Jahres erfolgen, die Montage und Fertigstellung ist für April 2019 vorgesehen. Während das reine Füllstabgeländer auf 33 000 Euro geschätzt wird, werden insgesamt für die Absicherung und die Nebenarbeiten sowie die Verlängerung einer Flügelwand weitere 67 000 Euro notwendig, so dass sich am Ende auch die Summe von 100 000 Euro ergibt. Bürgermeister Gerhard Schneider: "Der Preis ist horrend, aber wir müssen uns dieser Aufgabe stellen."
Aufdie Frage von Gemeinderat Manuel Gumtow (FW) nach einer Förderung machte Uhlig allerdings wenig Hoffnung: "Ich sehe schwarz für eine Förderung." Das sah zweiter Bürgermeister Harald Peetz (CSU) allerdings anders und vertrat die Ansicht, dass sowohl die Oberfrankenstiftung als auch der Denkmalschutz mit einer finanziellen Förderung in die Bresche springen müssten. Pia Aßmann (CSU) schlug vor, sich um Spendengelder von Firmen oder auch Privatpersonen zu bemühen. Für dritten Bürgermeister Peter Aßmann (SPD) machte es keinen Sinn, soviel Geld in die Maßnahme zu stecken, wenn nicht der anschließende Weg nach Schlömen eine Fortführung erfährt.