Der Musikpreis "Echo" wurde gerade abgeschafft, verschuldet von den geschmacklosen Gangsta-Rappern Kollegah und Farid Bang. Doch die Zahl der Awards, die alljährlich vergeben werden, bleibt enorm: Filmpreise, Nobelpreis, Oscar, Bambi, Grammy, Literatur-, Buch-, Designpreise und, und und...

Seit ein paar Jahren gibt es sogar den Social Media Award, der an Personen geht, die es mit Blogs zu Themen wie Mode, Lifestyle oder Fitness geschafft haben, sogenannte Follower um sich zu scharen wie einst Jesus seine Jünger.

Beim Zappen mit der TV-Fernbedienung erwischte ich neulich kurz vor Mitternacht die jüngste Preisverleihung. Die "Künstler": Ausnahmslos junge Leute, deren Namen ich noch nie gehört hatte.
Was macht die Mutti beim Sofa? Uuups! G'scheit verhört: Matiamu by Sofia nennt sich die hübsche Deutsch-Griechin, die im richtigen Leben Sofia Tsakiridou heißt und in Hamburg lebt. Was macht die eigentlich?

Nun, sie ist Influencerin. Im Klartext: Sie beschreibt im Netz (eigene Homepage, Instagram), wohin sie reist (mit freundlicher Unterstützung von Lexus), was sie isst (Knorr) oder was sie anzieht (Betty Barclay) - erotische Fotos inklusive. So animiert sie Hunderttausende von Followern dazu, es ihr nachzumachen.

Sex sells, das war schon immer so. Nicht zuletzt deshalb kassiert die 24-Jährige auch Kohle von vielen Unternehmen, für die sie en passant Schleichwerbung macht.
Die aber ist in Deutschland eigentlich verboten, was von YouTube-Stars und Instagram-Influencern häufig ignoriert wird.

Ob bei Matiamu alles korrekt zugeht? Kann sich jeder selber anschauen. "Werbung muss als solche klar erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote eindeutig getrennt sein", heißt es jedenfalls im Rundfunkstaatsvertrag. Aber wenn jemand einen Preis für seine Internet-Auftritte bekommt, wird schon alles seine Richtigkeit haben.