Das Mönchshof-Bräuhaus ist seit Monaten geschlossen, und auch für die "Einkehr zu Schmiede" sucht die Kulmbacher Brauerei seit September vergangenen Jahres vergeblich einen Pächter. Obwohl somit die beiden Gaststätten in der Blaich dieses Jahr nicht zur Verfügung stehen, sollen die Blaicher nicht auf ihre traditionelle Kerwa verzichten müssen. Im Mönchshof-Biergarten findet drei Tage lang ein Festwochenende mit reduziertem Programm statt.

"Wir wissen, dass den Blaichern ihre Kerwa wichtig ist,und wir sind viel auf das Thema angesprochen worden. Deshalb öffnen wir unseren Biergarten und hoffen, dass sich viele Gäste dort wohlfühlen werden", so Mönchshof-Geschäftsführerin Helga Metzel.

Der Biergarten ist vom 22. bis 24. Juni geöffnet: Freitag und Samstag ab 17 Uhr, Sonntag bereits ab 9 Uhr. Bei schönem Wetter ist im Biergarten generell an allen Donnerstagen ab 17 Uhr Betrieb, also auch am 21. Juni. Für ein kleines Rahmenprogramm mit Musik ist gesorgt: Am Freitag spielt der als "Tomac" bekannte Thomas Schönheiter Musik der 60er und 70er Jahre, am Sonntag findet ab 17 Uhr ein Wirtshaussingen mit Ralf Beyerlein und Uli Deichsel statt.


Wiedersehen mit der Wirtin

Was viele Blaicher freuen wird: Es gibt für sie ein Wiedersehen mit ihrer früheren "Schmied'n"-Wirtin: Doris Eber, die die Gaststätte "Einkehr zur Schmiede" nach dem Tod ihrer Mutter Elfriede Frank im vergangenen Jahr aufgegeben hat, arbeitet inzwischen als selbstständige Bedienung und hat sich gerne für den Ausschank im Mönchshof-Biergarten verpflichten lassen. "Ich bin voll dabei und freue mich sehr darauf, denn ich bediene einfach leidenschaftlich gern", sagt die 53-Jährige. "Mit meinen Blaichern fühle ich mich nach wie vor sehr verbunden. Die vermisse ich sehr, und es ist total schön für mich, bei dieser Gelegenheit wieder für viele von ihnen da sein zu können."


"Das war ein besonderes Fest"

Doris Eber freut sich, dass es gelungen ist, gemeinsam mit Bernd Sauermann, der sich um Steaks und Bratwürste kümmert, etwas auf die Beine zu stellen, damit das Fest nicht unter den Tisch fällt. "Die Blaicher Kerwa war immer etwas Besonderes, ein richtig schönes Fest. Für mich hat das mein ganzes Leben lang dazugehört, und es wäre sehr schade gewesen, wenn es ganz hätte ausfallen müssen."
1947 fand die ersten Kirchweih nach dem Krieg statt, organisiert von der Jugend um den damaligen Oberortsburschen Herbert Hering. Den lange nicht genutzten Mönchshofgarten mussten die Ortsburschen damals erst einmal auf Vordermann bringen. Der Pavillon wurde repariert, die Tanzbruck aufgestellt, der ganze Biergarten mit Birken geschmückt.

Zu essen gab's damals übrigens nicht viel: Es war noch die Zeit der Lebensmittelmarken. Braten oder auch nur Bratwürste, die konnte man sich damals zur Kerwa nicht leisten. Es gab Bier, und es wurde zur Musik getanzt.
Geselligkeit bei Bier, Bratwürsten und Musik, das gibt es auch in diesem Jahr zur Blaicher Kerwa. Und am Sonntag werden zusätzlich die Teilnehmer des Kulmbacher Radfahrtags den Biergarten füllen. Deshalb öffnet an diesem Tag der Biergarten schon um 9 Uhr, um 13 Uhr findet die Siegerehrung der erfolgreichsten Radler statt.