Die Stadtwerke Kulmbach haben für dieses Jahr Erneuerungsmaßnahmen an der Zentralkläranlage in einem Kostenumfang von 2,5 Millionen vorgesehen. Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) zeigte in einem Pressegespräch die Bedeutung und den Umfang der Maßnahmen auf. Konkret geht es um ein neues Blockheizkraftwerk und die Sanierung des Gasbehälters. Bei dem Gespräch waren auch Werkleiter Dipl. Kfm. Stephan Pröschold, der Abteilungsleiter für die Abwasserentsorgung Rudolf Kraus und der stellvertretende Klärmeister Sascha Bauer zugegen.

Werkleiter Stephan Pröschold nahm zunächst zum Blockkraftheizwerk Stellung, mit dessen vier Gasmotoren das bei der Klärschlammbehandlung in den Faultürmen entstehende Klärgas zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Mit dem selbst erzeugten Strom kann die Kläranlage Kulmbach bis zu zwei Drittel ihres Gesamtbedarfs decken. Die entstehende Wärme wird zur Heizung des Klärschlamms in den Faultürmen genutzt.
Das derzeit vorhandene Blockkraftheizwerk ging 1983 in Betrieb. Trotz regelmäßiger Erneuerung der meisten Gasmaschinen sei infolge des Alters und der Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen nun eine komplette Erneuerung der Anlage erforderlich. Dazu gehörten neben den Motoren auch die vorgeschaltete Reinigung für das Klärgas und die Abgasanlage mit den Schornsteinen.

Herzstück der Erneuerung ist der Einbau von zwei Gasmotoren mit jeweils 400 kW elektrischer Leistung. Pröschold: "Die Gesamtkosten für die Erneuerung der gesamten Blockheizkraftwerk-Anlage betragen 2,1 Millionen Euro. Wegen der besonderen Energieeffizienz dieser Anlagen erhalten wir dafür eine Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz von insgesamt rund 500 000 Euro." Pröschold sprach von einer "sehr wirtschaftlichen" Investition. Die neuen Gasmotoren sollen im September geliefert werden und müssen noch dieses Jahr in Betrieb gehen.


Strom für 500 Haushalte

Mit der regenerativ erzeugten Strommenge könnte man laut Pröschold übrigens die Straßenbeleuchtung der Stadt Kulmbach betreiben oder über 500 Haushalte versorgen.

Auch die zweite große Maßnahme in der Kläranlage, die Sanierung des Gasbehälters, ist Teil des Nutzungskonzeptes des bei der Schlammfaulung entstehenden Klärgases. In dem Gasbehälter mit 2000 Kubikmeter kann das nicht gleichmäßig anfallende Gas in Zeiten geringen Stromverbrauchs zwischengespeichert werden und durch die dort erfolgende Durchmischung wird es auch qualitativ vergleichmäßigt, wie Werkleiter Pröschold hervorhob. Je nach Bedarf wird das Klärgas aus dem Behälter dann dem Blockkraftheizwerk zur Nutzung zugeführt. Die Sanierung des Gasbehälters mit den Anlagenteilen wird rund 350 000 Euro kosten.

Werkleiter Stephan Pröschold hielt noch einen Hinweis für wichtig: "Es kann nicht vermieden werden, dass während der beiden Baumaßnahmen eine höhere Menge an Klärgas abgefackelt werden muss, auch mitunter in der Nacht. Bei der dann weithin sichtbaren hohen Flamme handelt es sich um einen kontrollierten, regulären Vorgang. Es besteht kein Anlass zur Besorgnis."

Oberbürgermeister Henry Schramm betonte abschließend, dass mit den Investition von rund 2,5 Millionen Euro ein weiteres Stück Zukunftssicherung erreicht werde: "Auch in den nächsten Jahren werden wir planmäßig an der Erneuerung der Zentralkläranlage weiterarbeiten."