"Fünf Minuten Rittmaste, 20 Jahre Zahlmaste" - Graf Poldi zahlt seit 20 Jahren Alimente an eine gewisse Alina und ihr Kind. Und auch sonst "glänzt" der smarte, aber arbeitsscheue Lebemann eher mit seinem ausschweifenden Lebensstil als mit Arbeitsfleiß.

Das Ergebnis: Sein Erbe ist durchgebracht, die Wettschulden sind hoch, in der Kasse herrscht Ebbe: Nicht einmal Geld für Heizöl des - einstmals so prunkvollen, mittlerweile aber stark heruntergekommenen - Schlosses derer von Rosenberg ist mehr vorhanden. Sogar der Pfarrer muss einspringen, um die ausstehenden Alimente zu zahlen, damit nicht Gräfin Eleonore vom außerehelichen Techtelmechtel Wind bekommt.


Unterhaltung vom Feinsten

Seit dem Jahr 1980 ist die Theatergruppe "Di Höfflesse" ein Garant für Unterhaltung vom Feinsten und ein echter Publikumsmagnet. In diesem Jahr nahmen sich die Laiendarsteller, die Jahr für Jahr viel Mühe und Zeit in die Vorbereitung ihrer Theaterstücke investieren, der turbulenten Boulevard-Komödie "Currywurst und Caviar" an - gleich vornweg: eine ausgezeichnete Wahl! Wenngleich das Lustspiel die ideale Vorlage für einen kurzweiligen Theaterabend bot, waren es aber die glänzend aufgelegten und perfekt besetzten Darsteller, die dem Stück erst "Leben einhauchten" - und das ist ihnen hervorragend gelungen!

Unter ihrem "Ressischöö" Gerhard Schilt wurde der ursprünglich in Hochdeutsch verfasste Dreiakter in regionale Mundart umgeschrieben und mit örtlichen Begebenheiten in Wortwitz und Kuriositäten "aufgepeppt". Die durchwegs ausgezeichneten Akteure agierten mit so viel Spielwitz und Leidenschaft, dass ihre pointenreichen Dialoge mitunter von dem zwerchfellerschütternden Gelächter der Zuschauer übertönt wurden.


Aufregend und lustig

In der raffiniert verstrickten Komödie entwickelt sich eine aufregend lustige Geschichte. Die taffe Gräfin Elli, die natürlich schon längst über die Eskapaden ihres holden Ehegattens Bescheid weiß, möchte das Schloss vor dem drohenden Verkauf retten. Die einzige Möglichkeit sieht die Hausherrin darin, den steinreichen Imbissbudenbesitzer Moritz Knackfrisch, der auf der Suche nach einem Adelstitel ist, zu adoptieren. Im Schloss angekommen, entsprechen der selbsternannte "Wurstkönig" und dessen Familie aber so gar nicht den Vorstellungen der gräflichen Herrschaften. Insbesondere die betagte Mutter des "Wurstkönigs" sorgt für ein mächtiges Durcheinander. Kurzum: Es prallen zwei Welten aufeinander. Plötzlich tummeln sich dann auch noch der Pfarrer samt seine Haushälterin, die nach einem Brand im Pfarrhaus Unterschlumpf suchen, im Schloss - als auch der Neffe des getreuen Dieners Johann. Irgendwie sieht der junge Mann dem Grafen verdächtig ähnlich ...

Bis zum Schluss hatten die Zuschauer ihre helle Freude an den vielen Verwicklungen, Verstrickungen und Verwechslungen und amüsierten sich köstlich. Während die Glanzleistungen der Höfleser Mimen schon während der Aufführung immer wieder mit lang anhaltendem Szenenapplaus bedacht wurden, schien der brausende Beifall beim Finale kein Ende nehmen zu wollen.


Viele Besucher

"Ressischöö" Gerhard Schilt freute sich bei der Begrüßung, dass wieder so viele Besucher ins Jugendheim gekommen waren. Die Besetzung des Theaterstücks sei heuer nicht einfach gewesen, da man auf einige bewährte Laiendarsteller der vergangenen Jahre verzichten musste, sagte er.


Die Darsteller

Joachim Blinzler (Graf Leopold von Rosenberg), Claudia Blinzler (Gräfin Eleonore von Rosenberg), Jürgen Fischer (Butler Johann), Matthias Nüßlein (Pfarrer Maifeld), Alexandra Ruppert (Pfarrersköchin Hedwig), Tobias Fischer (Johanns Neffe Martin), Hardy Hanuschke ("Wurstkönig" Moritz Knackfrisch), Erika Schilt (Magda Knackfrisch, Ehefrau des "Wurstkönigs"), Anita Zimmerlein (Adelgunde Knackfrisch, Mutter des "Wurstkönigs"), Alexandra Schubert (Chantal Knackfrisch, Tochter des "Wurstkönigs"). Weitere Mitwirkende: Gerhard Schilt (Ressischöö), Sabine Fischer und Nadine Altmann (Souffleusen), Jürgen Hauck (Cheftechniker) sowie viele weitere Mitwirkende hinter den Kulissen.