Die linke Hand in die Hüfte gestemmt, steht Stefan Hopf vor dem markanten Holzhaus mit dem roten Dach und schaut auf die Straße. Autos, Lastwagen oder Motorräder düsen knapp 20 Meter vor ihm am Küpser Ortsschild vorbei. Die meisten zieht es weiter in Richtung Ortsmitte, ab und zu jedoch setzt eines der Fahrzeuge den rechten Blinker und biegt in die Industriestraße ab.

Geht es nach den Umbauplänen für die B 173, muss zukünftig aber nicht nur geblinkt werden, wenn es nach rechts geht. Schließlich würden die Fahrzeuge dann gerade einen Kreisverkehr verlassen - und ein solcher ist für den sogenannten Knotenpunkt Nord schließlich geplant (siehe Grafik). "Ich glaube aber irgendwie nicht, dass da in den nächsten zehn Jahren was passiert", meint Hopf skeptisch. Warum? Schlicht aus der Erfahrung der vergangenen Jahre.


Seit 50 Jahren Dauerthema

2010 verkaufte seine Familie ihr Johannisthaler Grundstück samt Wohnhaus, Gaststätte und der von ihm betriebenen Bratwurstbude an den Bund. Der so gewonnene Platz soll dafür genutzt werden, die Bundesstraße vierspurig auszubauen. Der B 173 ist Stefan Hopf als Standort treu geblieben, brät seine Coburger Bratwürste nun einige Hundert Meter entfernt, gleich neben dem Küchenstudio Findeiß.
Passiert ist an der Straße in diesen acht Jahren in Sachen Ausbau allerdings nichts. Gerichtliche Klagen und eine unklare Finanzierungssituation zogen den Umbau in die Länge. Doch dieses Kapitel ist nur eines von vielen in der nun schon über 50 Jahre andauernden Geschichte eines geplanten Ausbaus.

Noch mehr Jahre sollen nicht hinzu kommen. "Beim Gesamtwerk B 173 bin ich äußerst optimistisch und glaube auch an eine Überraschung vor der Landtagswahl", sagt der CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner. Auf keine Überraschung hofft er hingegen am 17. Juni, wenn vor dem bayerischen Verwaltungsgerichtshof über die Klage des Bund Naturschutz entschieden wird."Und irgendwann im August wird dann hoffentlich Klage der Gemeinde Hochstadt abgewiesen", sagt Baumgärtner.


Zwingend erforderlich

Klagen gibt es gegen die Ortsdurchfahrt Küps aktuell zwar keine, auch dort ist aber noch eine Entscheidung notwendig, ehe es losgehen kann - die des Bundesverkehrsministeriums. Die von Andreas Scheuer (CSU) geleitete Behörde muss nun darüber befinden, ob sie am Knotenpunkt Mitte die Kosten für die vom Markt Küps angestrebte Tieferlegung der Bundesstraße übernimmt.
Diese soll künftig bekanntlich unter der kreuzenden Kreisstraße K 13 von Tüschnitz nach Burkersdorf hindurchführen. Anstelle der Ampel könnte dann ebenfalls ein Kreisverkehr auf der oberen Ebene den Strom der Fahrzeuge lenken. "Dadurch, dass es sehr teuer wird, so zwischen 25 und 30 Millionen, muss zwingend der Bund zustimmen", erklärt Baudirektor Uwe Zeuschel vom Staatlichen Bauamt Bamberg. Im Februar entschied sich die bayerische Staatsregierung dazu, eine Vorplanung erstellen zu lassen, in der auch das mögliche Kostenvolumen aufgezeigt wird. Die liegt nun in der Hauptstadt vor. Es gehe jetzt darum, vom Verkehrsministerium ein positives Signal für die Finanzierung zu bekommen, um mit den Detailplanungen beginnen zu können, so Baumgärtner.

In den kommenden Wochen werde es daher entsprechend Gespräche und Arbeitskreise geben, was auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach bestätigt. "Ich persönlich glaube, dass es mit der Finanzierung funktionieren wird", ist Baumgärtner überzeugt.


Etwas Schriftliches

Mit dem Wort "Signal" kann Uwe Zeuschel allerdings wenig anfangen. "Ich hätte da gerne etwas Schriftliches", betont der Baudirektor. "Denn da geht es nicht nur um einen Haufen Geld, sondern auch um Planungskosten." Diese ein bis zwei Millionen Euro würde die Straßenbauverwaltung nur investieren, wenn der Bund bereit ist, die Tieferlegung zu finanzieren. "Sonst ist es verbranntes Geld!" Kommt die Zusage, könne es mit den Detailplanungen sofort losgehen, betont der Baudirektor.
Eine der in der Vorplanung ebenfalls aufgeführten Auswirkungen sei es, dass in der Ortsdurchfahrt von Küps einige Häuser abgerissen werden müssen, so Zeuschel. Ein weiterer Schritt sei es dann, die Kanäle und Leitungen, die sich unter der B 173 befinden, zu verlegen.

Entschieden wird in Berlin übrigens nicht nur, ob die Pläne für den Knotenpunkt Mitte finanziert werden, sondern auch, wie die Situation für Linksabbieger am Knotenpunkt Oberlangenstadt entschärft werden soll. Für die anderen beiden Punkte hat sich der Marktgemeinderat bereits Ende April jeweils auf einen Kreisverkehr festgelegt.

Geht es nach Baumgärtner, starten die Bauarbeiten erst dann, wenn alle vier Knotenpunkte finanziert sind. "Noch in diesem Jahr werden wir eine Lösung für Küps finden", verspricht er. Was aber nicht bedeuten soll, dass heuer auch schon die Bagger anrücken werden. "Zu einem Spatenstich sage ich gar nichts!"

Wie schon vor einem halben Jahr möchte der Küpser Bürgermeister Bernd Rebhan (CSU) zu den Plänen der Ortsdurchfahrt Küps keine Stellung nehmen, da es auch weiterhin keinen neuen Stand gebe. "Es wird weiter hinter den Kulissen an der Finanzierung gearbeitet. Und dann sehen wir weiter."