Drücken, Umarmungen, Worte des Abschieds und Tränen. Viel Wehmut und jede Menge Emotionen gab es am Sonntag beim Abschiedsgottesdienst von Andreas Roderer. Der sehr beliebte Gemeindereferent wird ab 1. September im Pfarreienverbund "Oberer Frankenwald" bei Pfarrer Detlef Pötzl und Pater Helmut Haagen eingesetzt.

"Aufbrechen und loslassen - Andreas Roderer sagt, es ist Zeit. Uns tut es leid", bedauerte Regionaldekan Thomas Teuchgräber, als er die vielen Gottesdienstbesucher aus dem ganzen Seelsorgebereich willkommen hieß. Von 1998 bis 2000 hatte Roderer seine Ausbildung als Gemeindeassistent in der Pfarrei St. Johannes Kronach absolviert. Seit 2000 ist er als Gemeindereferent in der Pfarrei tätig und dabei ab September 2007 dem Seelsorgebereich zugeordnet.

"Wir danken dir dafür, was du in 20 Jahren bei uns ausgesät hast. An deiner neuen Wirkungsstätte wünschen wir dir offene Ohren und offene Herzen", so der Domkapitular, der auf die zuvor gehörte Lesung einging. Darin ging es um Amos - ein Bauer, Viehzüchter und Maulbeerfeigenzüchter. "Sein Auftrag lautete nicht, Prophet zu seinen, sondern konkrete Dinge zu tun", verdeutlichte Teuchgräber.

Andreas Roderer habe mit seinem ruhigen Gemüt und seiner Gelassenheit in Diskussionen Ruhe vermitteln und eine wohlwohlende Atmosphäre schaffen können. Man sei sehr dankbar, dass er 20 Jahre lang als Gemeindereferent im Auftrag Gottes gewirkt habe. Dabei habe er sich gerade auch sehr im Bereich Kinder- und Jugendarbeit eingebracht. Bei den Aktivitäten der katholischen Jugend habe Roderer auch seine Ehefrau kennengelernt.

Man bedauere zutiefst, ihn nun in den nördlichen Landkreis abgeben müssen, wo man sich auf ihn sehr freue. "Du wirst ein Gewinn sein", zeigte sich der Regionaldekan sicher. Roderer bleibe der Pfarrei als Bewohner erhalten.

Seine Beliebtheit und die ihm entgegengebrachte Wertschätzung verdeutlichten auch die Grußworte. "Du sprühtest vor Ideen und du konntest Begeisterung entfachen", würdigte Kirchenpfleger Wolfgang Simon. Als gemeinsamens Geschenk überreichte er Roderer eine Gitarre.

"Du bist ein wunderbarer Mensch - nie gereizt oder genervt", würdigte Pastoralreferentin Birgitta Staufer-Neubauer. Ihr war es ein großes Bedürfnis, ihrem Kollegen ganz persönlich für all die Unterstützung gerade auch in ihren Anfangsjahren in der Pfarrei zu danken. Als Andenken überreichte sie ihm einen Ordner mit der Aufschrift "Jeder Tag ist ein guter Tag, etwas Neues zu lernen" voller Bilder und Erinnerungen an Gruppen und Personen, die mit ihm zu tun hatten.

"Ich dachte, geht's noch. Das war mein erster Gedanke, als ich davon gehört habe", bekundete Pfarrgemeinderat Stefan Nenninger sein Bedauern, dass Roderer von der "Côte d'Azur" Kronach in den Norden wechsele. Mit auf den Weg gab er ihm das Zitat von Jean Paul: "Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur." Seine Spuren in Kronach könne man nicht übersehen. Man werde die von ihm ins Leben gerufenen Aktionen - wie beispielsweise das "Kinderabenteuerland" - weiterführen.

"Mich hat die Nachricht schwer getroffen", gestand Ministrant Elias Eidloth. In berührender Art und Weise dankte er Roderer für all die Freude und den gemeinsamen Spaß. "Für uns geht ein großes Stück verloren. Du hast hier sehr gute Arbeit geleistet. Deine neue Pfarrgemeinde kann sich glücklich schätzen", verdeutlichte er.

Am Ende des vom Kinderchor "Die Schreihälse" stimmungsvoll umrahmten Gottesdiensts gab es Standing Ovations für den Gemeindereferenten. Abschließend bestand im Pfarrhof die Möglichkeit, sich von ihm persönlich zu verabschieden.

Am Nachmittag startete ein buntes Verabschiedungsprogramm durch die einzelnen Gruppen mit vielen Überraschungen. Zum 1. September wird Pastoralreferentin Sarah Maria Röck, bisher in Nürnberg, seine Nachfolge im Seelsorgebereich Kronach antreten.