Am Mittwoch wurde die neue Fernleitung der Frankenwaldgruppe am Standort des neuen Hochbehälters zwischen Hesselbach und Wilhelmsthal offiziell in Betrieb genommen. Die Freude über diesen Meilenstein der Daseinsvorsorge ist groß. Für die Beteiligten gab es Lob von allen Seiten.


Investitionsstau von 65 Millionen Euro

Die Sonne strahlte mit den Verantwortlichen um die Wette, als sich am Mittwochmittag zahlreiche am ehrgeizigen Projekt Beteiligte einfanden. "20 Millionen planen und verbauen in zwei Jahren - viele sagten, das geht nicht. Jetzt wissen wir, es geht doch", verdeutlichte FWG-Vorsitzender MdL Jürgen Baumgärtner in seiner Begrüßung. Einen Investitionsstau von 65 Millionen bei 3200 Haushalten mit 9000 versorgten Personen in 26 Jahren abzuarbeiten - dieser Herausforderung habe man sich gestellt. "Wir sind in den Kosten und ein Jahr eher als geplant fertig", freute er sich.

Das große Ziel der Modernisierung des maroden FWG-Leitungsnetzes sei die Versorgungssicherheit der Menschen mit ausreichend Wasser in höchster Qualität. Nicht auszudenken, wenn die 50 Jahre alte Leitung aus Stahl hoch über Hesselbach ausgefallen wäre. In Anbetracht dessen wäre etwas mehr Zurückhaltung von mancher Stelle geboten gewesen. Dass die FWG über den Berg sei, verdanke man der bayerischen Staatsregierung. Diese helfe nicht nur großen Städten, sondern unterstütze auch den ländlichen Raum, selbst wenn dies eine Änderung des Förderprogramms RZ Was notwendig mache. Ohne Förderung wären tatsächlich auf jeden Haushalt Kosten vom 20 350 Euro zugekommen.

Von einem Tag von größter Bedeutung für die ganze Region sprach Staatsminister Marcel Huber: "Die Sicherstellung der Wasserversorgung in allen Regionen Bayerns ist eine elementare Zukunftsaufgabe. Das gilt gerade für den trockenen Norden". Die Kooperation zwischen FWG und FWO sei ein wichtiger Schritt in die Zukunft und mache das Projekt besonders. Im Versorgungsgebiet Landkreis Kronach habe man mit mehreren Problemen zu kämpfen: lange Leitungen, eine schwierige topographische Lage und hohe, auf wenige Abnehmer umzulegende Kosten. "Einen Investitionsstau von 65 Millionen auf knapp 10 000 Einwohnern umzulegen, wäre ein Unding gewesen", verdeutlichte er.


Lob für Baumgärtner

"Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt", zeigte sich Landrat Klaus Löffler sicher, der an die schwierige Ausgangssituation der FWG zurückerinnerte. Damals habe man eine Zusage von drei Millionen Euro an Fördermitteln gehabt - bei prognostizierten Kosten in zweistelliger Millionenhöhe. Es sei nicht einfach gewesen, Baumgärtner zur Übernahme des FWG-Vorsitzes zu bewegen. Dieser habe eine Riesenleistung vollbracht.

FWO-Vorsitzender Heinz Köhler stellte die enge Verbindung von FWG und FWO heraus, die dem in Schieflage geratenen Zweckverband mit einem enormen Hilfspaket unter die Arme helfe. Die Kooperation erspare den Bürgern Kosten von 15 Millionen Euro.

"Ein Meilenstein ist geschafft, aber wir haben noch einiges vor uns", zeigte sich Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner sicher. "Unsere Straßen waren vorher schon kaputt, jetzt nach den Baumaßnahmen sind sie kurz und klein", winkte sie schon mal mit dem Zaunpfahl in Richtung des Ministers, auch in dieser Sache für Hilfe aus München zu sorgen.