Wie viel Arbeit im Wald steckt, zeigte Forstamtsrat Karl-Peter Schmittnägel auf. Seit über 30 Jahren betreut er das Forstrevier Steinwiesen mit seinen großen Waldflächen. Die oberfränkischen Landtagsabgeordneten Heinrich Rudrof (CSU/Bamberg Land) und Ludwig Freiherr von Lerchenfeld (CSU/Kulmbach) besuchten den Landkreis Kronach, um sich über die Neuordnung von Waldflächen und über die Unterstützung forstwirtschaftlicher Belange in der ländlichen Entwicklung zu informieren. So auch das Gebiet um Steinwiesen.
Neufang hat eine sehr aktive Dorfgemeinschaft. Sie wurde vor 25 Jahren als loser Verband aller Dorfvereine gegründet mit dem Zweck, alljährlich gemeinsam ein Dorffest zu veranstalten, dessen Erlös gemeinnützigen Projekten zukommen geführt werden soll. Es wurden bislang eine Vielzahl von Projekten unterstützt, so auch die Maßnahmen in der Dorferneuerung. Der über einen langen Zeitraum reichende Prozess Dorferneuerung und Flurneuordnung hat in Neufang auf besondere Weise seine Früchte getragen.
Stolz präsentierte am gestrigen Vormittag Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) die Gemeinde Neufang, sein "Aushängeschild-Dorf", wie er unterstrich, den Gästen. Die beiden Landtagsabgeordneten wurden auf ihrer Tour begleitet von dem Leitenden Baudirektor des Amtes für Ländliche Entwicklung Bamberg, Anton Hepple und der Baudirektorin Claudia Stich.
Oberfranken hat das größte zusammenhängende Waldgebiet in Bayern. Über 650 000 private Waldbesitzer gibt es im Freistaat. Auch hier in der Region gibt es zahlreiche Waldbesitzer. "Leider sind viele von ihnen nur auf dem Papier Besitzer eines Stücks Waldes und kümmern sich aber nicht weiter darum," so Abgeordneter Rudrof. Dass der Wald Pflege bedarf, das kann von Lerchenfeld, selbst Besitzer eines Forst- und Waldbetriebs, nur bestätigen.
Schmittnägel erläuterte bei der Besichtigungsfahrt die Renaturierungsmaßnahmen, die vorgenommen wurden. Der Fichtenbestand soll ergänzt werden durch Laubbäume und Tannen. Besonders stolz ist Schmittnägel auf das umfangreiche Wegesystem.
"Ich habe bereits vor 30 Jahren, und da war ich ein Vorreiter, meine Wege erschlossen", erklärt Schmittnägel. "Wir brauchen hier keine neuen Wege, aber Geld für Unterhaltungsmaßnahmen, die nach Schnee- und Windbruch anfallen", gab der Forstamtsrat den Abgeordneten mit auf den Weg.
Für die Flurerneuerung im Gebiet Steinwiesen wurden in den vergangenen zwei Jahren über 2,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Dorferneuerung wurden von Privat 1,1 Millionen Euro investiert. Hier wurden Zuschüsse von fast 180 000 Euro gewährt.
Wie wichtig die Pflege der Natur ist, unterstrich Heinrich Rudrof, der auch Waldberichterstatter der CSU-Landtagsfraktion ist. "Der Nutzen eines Waldes geht für uns alle weit über die Nutzfunktion der Holzgewinnung hinaus", so Rudrof.