Der Tettauer Glasformenhersteller Zitzmann hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Mit Beschluss des Amtsgerichts Coburg wurde am 29. Juni über das Vermögen der Zitzmann GmbH & Co. KG - Werkzeugbau Tettau die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Als Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Klaus-Christof Ehrlicher bestellt.

Wie Geschäftsführer Matthias Zitzmann erläutert, sei die wirtschaftliche Situation in den vergangenen Jahren nicht einfach gewesen. Aufgrund der Corona-Pandemie habe sich die Liquiditätskrise in den letzten Wochen jedoch akut verschärft. Die Auftragslage sei dramatisch eingebrochen.

Sanierungsfähigkeit wird geprüft

"Obwohl mir dieser Schritt sehr schwergefallen ist, musste ich meinen gesetzlichen Verpflichtungen als Geschäftsführer nachkommen und den Insolvenzantrag stellen", erklärt Zitzmann den jetzigen Schritt.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus-Christof Ehrlicher erklärt, dass er derzeit vor allem die Sanierungsfähigkeit des Unternehmens prüfe. Der Geschäftsbetrieb werde vorerst in vollem Umfang fortgeführt. Mittlerweile seien auch Kontakte zu möglichen Investoren aufgenommen worden. Ziel sei es, eine übertragende Sanierung bei Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze zu erreichen.

Ehrlicher sagt weiter: "Auch wenn derzeit kein Schutzschirm-/Eigenverwaltungsverfahren beantragt wurde, bietet die Insolvenzordnung vielfältige Möglichkeiten, ein Unternehmen zu sanieren."

Was die Löhne der rund 80 Arbeitnehmer der Firma Zitzmann betreffe, so seien diese für einen Zeitraum von drei Monaten über das Insolvenzgeld voll gedeckt, das von der Agentur für Arbeit ausbezahlt werde. Sowohl er als auch Matthias Zitzmann hoffen, dass bei möglichen Investoren aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Monate ein Umdenken dahingehend stattfindet, dass ein hochwertiger Formenbau vor Ort in Deutschland eine gute Alternative zu Mitbewerbern sei, die im Ausland produzieren.

Die Firma besteht seit 1935.