Teuschnitz"Die Leute rennen uns die Bude ein", sagt Clemens Richter, Inhaber der Stadt-Apotheke Teuschnitz, beim Telefonat am Freitagnachmittag. Seit vor einer Woche angekündigt wurde, dass ab dem 18. Januar FFP2-Masken im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr getragen werden müssen, würden die Masken weggehen wie warme Semmeln. Vor dem Beschluss seien kaum FFP2-Masken gekauft worden.

Alleine am Freitag seien um die 40 Leute in die Apotheke gekommen, um FFP2-Masken zu kaufen. Ab Mitte Dezember konnten sich Personen ab 60 und Personen mit bestimmten Risikofaktoren mit Vorlage des Personalausweises drei FFP2-Masken in einer Apotheke abholen. An dem Tag, an dem die Aktion startete, war der Ansturm jedoch wesentlich höher: "Alleine an einem Tag haben wir fast 1000 Masken ausgegeben", erinnert sich der Apothekensprecher.

Gutscheine noch nicht vollständig verteilt

Ein Problem, mit dem er und viele andere Apotheker des Landkreises derzeit zu kämpfen haben, sind die Berechtigungsscheine, die Menschen ab 60 und Risikopatienten von den Krankenkassen erhalten sollen. Bis zum 6. Januar konnten sich Personen über 60 Jahre und Jüngere mit bestimmten Risikofaktoren drei Masken unter Vorlage des Personalausweises in einer Apotheke ihrer Wahl abholen. Dieses Verfahren wird jetzt durch die Vergabe fälschungssicherer Gutscheine abgelöst, heißt es in einer Pressemitteilung der DAK-Gesundheit. Die Gutscheine erhalten die Versicherten per Post, der Versand erfolgt durch die jeweilige Krankenkasse.

"Bei vielen sind die Scheine noch nicht angekommen. Ich biete den Kunden an, dass sie ihre FFP2-Masken kaufen können und dann gegen Vorlage des Kassenbons und der Berechtigungsscheine das Geld später zurückerstattet bekommen."

Als wir am Montag erneut mit Richter telefonieren, hat sich die Situation dahingehend etwas verbessert. "Man merkt, dass die Gutscheine kleinerer Krankenkassen jetzt bei den Berechtigten angekommen sind", sagt er. Er schätzt, dass er heute und am Samstag bestimmt 200 Masken ausgeben konnte. "Natürlich können auch Angehörige die FFP2-Masken für die Berechtigten abholen. Für uns muss nur einsehbar sein, dass der Berechtigte die Masken auch bekommt, zum Beispiel über das Schreiben der Krankenkasse." Richter ist es ein Anliegen, dass seine Kunden nicht auf die FFP2-Masken warten müssen. "Wir haben uns mit 6000 FFP2-Masken eingedeckt und hoffen, dass der Vorrat eine Zeit lang reicht. Die Lieferanten haben momentan ausreichend Masken auf Lager."

Vergabe der Gutscheine ist genau geregelt

Für die Ausgabe gibt es eine genaue Regel. "Von Seiten der Bundesregierung gibt es genaue Informationen und Vorgaben darüber, wer neben den Personen, die älter als 60 Jahre sind, die Gutscheine erhält", sagt Volker Seifarth, Leiter des DAK-Gesundheit-Servicezentrums für Coburg und Kronach.

Um herauszufiltern, welche Personen Anspruch haben, hat die Krankenkasse Patientendaten ausgewertet. So wurde für den Zeitraum vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2020 herausgefiltert, bei wem Risikoerkrankungen, wie beispielsweise Asthma Bronchiale oder Diabetes Typ 2, diagnostiziert wurden. "Wer seine Diagnose später, also im November oder Dezember 2020 erhalten hat, fällt durch das Raster", bemängelt er an der Auswertung.

Eine Initiative der Bundesregierung

Wer einen Anspruch auf die Gutscheine hat, sei zentral ermittelt worden. "Die Versendung der Gutscheine soll bis Anfang Februar abgeschlossen sein. Bei der DAK Gesundheitskasse sind etwa drei Millionen Versicherte berechtigt." Die Gutscheine können in zwei Zeiträumen eingelöst werden. "Bis einschließlich 28. Februar können sechs Schutzmasken abgeholt werden. Der zweite Gutschein kann vom 16. Februar bis einschließlich 15. April eingelöst werden. Dabei fällt lediglich eine Eigenbeteiligung von zwei Euro pro Abholung an", heißt es in der Pressemitteilung. Weil die Abgabe der Schutzmasken eine Initiative der Bundesregierung sei, würden den Krankenkassen die Gutscheine von der Bundesdruckerei geliefert.