Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein sprach von einem Tag, der in die Geschichte der Stadt eingehen wird. Alleine die Anwesenheit des Kabinettsausschusses hätte gereicht, um diese Aussage zu stützen. Letztlich hatte der Ausschuss um Ministerpräsident Horst Seehofer noch zahlreiche wichtige Themen im Gepäck, die die Zukunft Kronachs stärken sollen.

Dabei spielte die Entwicklung bei Fernsehhersteller Loewe natürlich eine zentrale Rolle: "Wir glauben an die Zukunft von Loewe", betonte Seehofer, der sich bereits vor Beginn der Sitzung mit Wirtschaftsminister Martin Zeil, Finanzminister Markus Söder und Staatssekretärin Melanie Huml mit dem Loewe-Vorstand abgestimmt hatte. "Wir sind bereit, ein zukunftsfähiges Konzept mit einem neuen Investor über eine Staatsbürgschaft zu unterstützen." Über Einzelheiten gerade in Bezug auf die Höhe wollte der Ministerpräsident keine Angaben machen: "Wir reden deshalb nicht über Zahlen, um die Gesamtoperation nicht zu gefährden." Dennoch zeigte er sich optimistisch, dass Loewe eine Zukunft haben wird: "Ich bin zuversichtlich, obwohl wir noch nicht am Ziel sind."

In die gleiche Kerbe schlug Wirtschaftsminister Zeil: "Wir sind zuversichtlicher, als wir alle schon einmal sein durften, dass es gelingt, Loewe mit einem Investor in eine gute Zukunft zu bringen." Sowohl Zeil als auch Seehofer ließen jedoch keinen Zweifel daran, dass der Fernsehhersteller nun am Zug sei und seine Hausaufgaben machen müsse. Dazu zählt auch die Bewältigung der Altlasten: "Das ist Aufgabe von Loewe", machte Seehofer deutlich. "Es geht immer nur um die Zukunft, nie um die Vergangenheit." Alles andere wäre dem Steuerzahler gegenüber nicht zu verantworten.

Das Kronacher Unternehmen war bereits im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht und musste Anfang des Jahres rund 200 Stellen streichen. Dennoch setzte sich die negative Entwicklung fort. So ging der Umsatz im ersten Halbjahr 2013 um 39 Prozent auf 76,5 Millionen Euro zurück (Vorjahr 125,6 Millionen Euro). Diese Entwicklung war gleichbedeutend mit einem Verlust von 24,2 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum lag das Minus noch bei 2,1 Millionen Euro. Zuletzt musste das Unternehmen Gläubigerschutz beantragen.
Eine endgültige Entscheidung wird letztlich die Staatsregierung fällen. Dies ist für Anfang September vorgesehen.



Bei Loewe kam die Nachricht jedenfalls gut an. Axel Gentzsch, Leiter der Finanzkommunikation, sagte, es sei "positiv, dass die Staatsregierung an eine Zukunft von Loewe glaubt". Finanzvorstand Rolf Rickmeyer sei "guten Mutes" von dem Gespräch mit den Politikern zurückgekommen. Die Staatsbürgschaft bezeichnete Gentzsch als "wichtigen Schritt in die richtige Richtung". Nur gemeinsam mit Banken und Landespolitik könne das Unternehmen an einer Lösung arbeiten. Und nach dieser Zusage der Staatsregierung arbeite man nun weiterhin "mit Hochdruck daran", einen Finanzinvestor zu finden. Dazu liefen Gespräche mit möglichen Investoren im In- und Ausland.