Obwohl bereits der vorletzte Spieltag in der Kreisliga 2 auf dem Programm steht, sind noch nicht alle Entscheidungen gefallen. Während an der Spitze der ASV Kleintettau und der TSV Marktzeuln noch um die Meisterschaft kämpfen, werden nach dem so gut wie sicheren Abstieg des FC Kronach - neben der SG Roth-Main - noch die beiden Relegationsplatzinhaber gesucht. Rechnerisch kommen hierfür vier Mannschaften infrage. Von diesem Quartett muss nur der TSV Steinberg auswärts antreten. Der FC Mitwitz II, der FC Stockheim und der SV Friesen II genießen Heimrecht.
Der Kleintettauer Trainer Christian Häusler nimmt in unserer Kreisliga-Serie zu den anstehenden Auseinandersetzungen Stellung:


Samstag, 16 Uhr

ASV Kleintettau - TSV Ludwigsstadt

"Hier trifft sicherlich die alte Weisheit, dass Derbys ihre besonderen Eigenschaften haben, zu", meint Häusler trotz des Heimvorteils seiner Elf. "Viel dürfte in dieser Partie über die Zweikämpfe entschieden werden. Interessant und entscheidend wird auch sein, wie unsere besten Torschützen Andras Böhnlein (Anm.: 34 Tore) und Nico Fröba (33) sowie der Gästetorjäger Florian Fischbach (27) in den Griff zu bekommen sind." Nachdem sich beide Mannschaften in der Vorrunde beim TSV Ludwigsstadt (6. Platz/44 Punkte) mit einem 2:2-Unentschieden trennten, rechnet Häusler diesmal mit einem knappen Heimsieg (1./64).

FC Kronach - TSV Steinberg

Dass sich der TSV Steinberg aus seiner misslichen Lage (14./29) befreien will, hat er mit dem jüngsten Sieg gegen den TSV Ludwigsstadt bewiesen. "Auch mit dem 3:3 vor zwei Wochen gegen uns hat Steinberg gezeigt, was geleistet werden kann." Da Kronach (15./23) wohl schon mit einem Neuanfang beschäftigt und auch durch einige wichtige Spielerausfälle gehandicapt ist, rechnet der Pädagoge Häusler mit einem Auswärtserfolg von Steinberg. Im Hinspiel hatte der TSV mit 5:0 aufgetrumpft.

SV W'Neuengrün - DJK/SV Neufang

In einem Treffen zweier ähnlich veranlagter Mannschaften wird es einen Kampf auf Biegen und Brechen geben. Die "Grüner" (8./39) zogen in den vergangenen vier Heimspielen stets den Kürzeren, was nicht gerade von einer Heimstärke zeugt. Häusler traut dem spielstarken Aufsteiger aus Neufang (5./45) einen knappen Auswärtserfolg zu.

FC Stockheim - FC Marktgraitz

Stockheim (12./32) hat sich nach der Winterpause gut gefestigt, auch wenn es zuletzt in Burgkunstadt eine Schlappe setzte. Diese Niederlage werden die "Bergleute" wegstecken können, auch wenn mit Marktgraitz (4./47) die zweitbeste Rückrundenmannschaft am Maxschacht gastiert. Der Kleintettauer Coach erwartet einen 2:1-Heimsieg. Mit dem gleichen Ergebnis hatte Marktgraitz in der Vorrunde die Oberhand behalten.

FC Mitwitz II - TSV Weißenbrunn

Die Zweite des FC (13./31) muss zwar unbedingt gewinnen, doch kommt mit Weißenbrunn (10./39) ein recht unangenehmer Gegner. Vor allem auswärts sind die "Bierbrauer" nicht zu unterschätzen, was die erst zwei Saisonniederlagen in der Fremde beweisen. Christian Häusler tippt deshalb auf einen knappen TSV-Sieg, wie er bereits in der Vorrunde mit 1:0 zu Buche stand.

SV Friesen II - SG Roth-Main Mainroth

"Die Landesliga-Reserve (11./33) wird sich vom weit abgeschlagenen Schlusslicht (16./8) nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und einen klaren Heimsieg einfahren", davon ist der zweifache Familienvater Häusler überzeugt.

SC Jura Arnstein - TSV Marktzeuln

Auch wenn es den Anschein hat, als würde sich Häusler über einen Ausrutscher des Verfolgers (2./61) freuen, so vertraut er auf die Heimstärke und den guten Teamgeist der Arnstädter (9./39). Er tippt auf ein 2:2-Unentschieden.

SCW Obermain - FC Burgkunstadt

Ein Derby, bei dem sich beide Teams auf Augenhöhe befinden werden. Weismain (7./39) will sich zwar für die 2:3-Niederlage an den "Schuhstädtern" (3./57) revanchieren, doch wird es nur zu einer Punkteteilung reichen.


Hier spricht der Kreisliga-Coach: Christian Häusler vom ASV Kleintettau

Nachdem nur noch zwei Spieltage in der Kreisliga 2 auf dem Programm stehen, hält der ASV Kleintettau als Spitzenreiter mit drei Punkten Vorsprung vor dem TSV Marktzeuln bei der Vergabe der Meisterschaft weiterhin die besseren Karten in der Hand. Doch vom Titelgewinn spricht ASV-Trainer Christian Häusler noch keinesfalls. "Wir haben zwar ein eine gute Ausgangsposition, aber auch noch zwei hohe Hürden zu nehmen", darauf verweist der A-Lizenz-Inhaber.

So muss sein Team an diesem Samstag zum brisanten Derby gegen den TSV Ludwigsstadt ran und zum Saisonabschluss beim TSV Weißenbrunn. Ein Ausrutscher und der Verfolger Marktzeuln könnte wieder mit im Rennen sein. Beide Mannschaften mussten in der vergangenen Serie aus der Bezirksliga West absteigen. Während seinerzeit das Team aus dem Kreis Lichtenfels als Tabellen-Vorletzter (15. Platz) abstieg, musste Kleintettau als Rang-Zwölfter nach verlorenem Elfmeterschießen in der Relegation gegen den SV Ketschendorf noch runter.

Nun geht es für die beiden um den sofortigen Wiederaufstieg. "Es wird die Elf vorne stehen, die zum Saisonausklang noch einmal alle Kraftreserven mobilisieren kann und die wenigsten Fehler macht." Auch Kleinigkeiten können entscheidend sein, meint der Thüringer, der deshalb ein Kämpfen bis zum Schlusspfiff als unbedingt notwendig erachtet.

Ihm ist zwar klar, dass seine Mannschaft es selbst in der Hand hat, doch sollten andere besser sein - so argumentiert der besonnene und abgeklärte Häusler im Allgemeinen - dann müsse man dies einfach sportlich akzeptieren.

Dass Christian Häusler aus dem thüringischen Steinach in den Glasmacherort im oberen Frankenwald kam, hat nach seiner Aussage seinen Grund vor allem in den guten Kontakten zum ehemaligen Fußball-Abteilungsleiter Murat Agac und dem jetzigen Leiter Karl-Heinz "Charly" Fehn. So kam er im Jahre 2014 als Spieler zum Kreisligisten. Bereits in der darauf folgenden Saison 2015/16 fungierte er als Trainer und schaffte prompt mit dem ASV den Aufstieg in die Bezirksliga. Allerdings musste man nach dem bereits erwähnten Abstiegskrimi zurück in die jetzige Kreisliga, wo in den nächsten Tagen der erneute Aufstieg greifbar ist.


Zur Person: Christian Häsuler

Geboren: 2. April 1976 in Erfurt
Beruf: Gymnasiallehrer für Sport, Sozialkunde und Ethik an der SBBS (Staatliche Berufsbildende Schule Sonneberg)
Wohnort: Steinach/Thüringen
Familienstand: verheiratet, zwei Söhne (Zwillinge) Felix und Lukas, 17 Jahre
Trainer: beim SV Steinach, FC Einheit Rudolstadt, DFB-Stützpunktrainer Sonneberg/Steinach, (Spieler-)Trainer seit der Saison 2015/16 beim ASV Kleintettau
Spieler: bei BSG Elektra Schalkau, Motor Raunstein, VfB Coburg, FC Sonneberg, SV Steinach, seit 2014 beim ASV Kleintettau
Schönste Erlebnisse: Derbys zwischen den thüringischen Landesligisten FC 04 Sonneberg und SV 08 Steinach. Häusler spielte bei beiden Teams, und zwar in Sonneberg von 1993 bis 1998 und 2001 bis 2005 sowie in Steinach (1998 bis 2001 und 2010 bis 2014).
Hobbies: Skifahren, Sport im Allgemeinen.