André Scholz gehörte in den vergangenen beiden Spielzeiten zum Stammpersonal beim SV Friesen. Schon in der Jugend spielte der Defensivspieler für die Grün-Weißen, konnte sich in der ersten Mannschaft aber zunächst nicht etablieren. Nach einigen Zwischenstationen kehrte er im Sommer 2011 wieder zurück. Nach sieben Jahren wird der 30-Jährige den Landesligisten am Ende der Saison aber verlassen. Er wagt sich auf bislang unbekanntes Terrain vor: Er wird Spielertrainer und das gleich drei Klassen tiefer bei seinem ehemaligen Verein SV Gifting in der Kreisklasse, wo er zwischen 2008 und 2010 insgesamt anderthalb Jahre verbrachte.

Dort wird er den scheidenden Spielertrainer Marcus Buckreus beerben, dessen Mannschaft nach 17 Spielen mit 34 Punkten auf Rang 5 liegt und damit noch Chancen auf den Aufstieg hat.

Herr Scholz, wie kam es zu der Entscheidung, nach sieben Jahren den SV Friesen in Richtung Gifting zu verlassen?
André Scholz: Der Kontakt nach Gifting ist nie abgerissen. Ich war ab und zu bei den Spielen. Es spielen auch noch viele dort, mit denen ich selbst zusammengespielt habe. Der Vorsitzende Dietmar Neder hat bei mir dann mal eine lose Anfrage gestellt und nachdem wir uns zwei-, dreimal getroffen hatten, habe ich kurz vor Weihnachten zugesagt.

Ich habe die vergangenen Jahre höherklassig als Stammspieler verbracht, daher wollte ich jetzt einfach mal etwas Neues ausprobieren. Und Gifting ist kein neues Umfeld für mich. Deshalb habe ich das Angebot angenommen

Hat der Vorsitzende Sie so lange bequatscht, bis Sie endlich zugesagt haben?
Nein. Wie gesagt, hat er mich zweimal gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte und nach kurzer Überlegungszeit habe ich dann zugesagt, weil ich diese Chance gern ergreifen wollte und sehen möchte, wie ich als Trainer zurechtkomme.

Was reizt sie an dem Posten als Spielertrainer?
Es ist eine neue Erfahrung. In meiner Laufbahn hatte ich selbst schon einige Trainer und da schaut man sich natürlich von jedem etwas ab. Ich möchte aber natürlich meine eigene Linie finden und die möchte ich auch weitergeben.

Haben Sie schon Ideen?
Ich möchte natürlich Offensivfußball spielen, auch in der Kreisklasse. Obwohl ich Verteidiger bin, war ich nie einer, der sich gerne hinten reingestellt hat. Die Viererkette möchte ich beibehalten. Aber ein genaues Bild habe ich noch nicht. Da muss ich erst sehen, welche Spieler ich zur Verfügung habe.

Als erfahrener Bezirks- und Landesligaspieler werden Sie in Gifting gleich drei Klassen tiefer spielen.
Das ist von außen natürlich schwer nachzuvollziehen, wenn man als Stammspieler von der Landesliga in die Kreisklasse wechselt. In der Kreisklasse habe ich bislang noch nicht gespielt. Und mich hat dieses Angebot als Trainer einfach gereizt. Das war eigentlich ligenunabhängig.

Gab es auch Angebote von anderen Vereinen?
Nein, die gab es nicht. Ich hätte wahrscheinlich nicht die Absicht gehabt, als Trainer anzufangen, wenn es nicht der SV Gifting gewesen wäre.

Beschäftigen Sie sich jetzt schon mit dem neuen Verein und der neuen Aufgabe?
Natürlich. Man hat immer gewisse Sachen im Kopf. Die Spiele schaue ich mir an, damit ich weiß, was auf mich zukommt, um die Gegner zu analysieren. Und man schaut, ob alle Spieler bleiben werden und ob eventuell jemand dazukommt.

Gifting hat ja noch Chancen, in die Kreisliga aufzusteigen.
Das wäre auf jeden Fall schön, wenn sie das schaffen würden. Aber mein Engagement ist, wie gesagt, ligenunabhängig.

Bis es so weit ist, spielen Sie aber noch für den SV Friesen. Was erreicht Ihr Verein heuer in der Landesliga noch?
Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt erreichen und nach vorne ist ja auch noch etliches möglich. Ich wäre mit einem einstelligen Tabellenplatz sehr zufrieden. Das wäre ein sehr schöner Abschluss für mich.

Mit Ihnen als Stammspieler bricht den Friesenern in der nächsten Saison eine Stütze weg. Wie haben der Verein und Ihre Mitspieler auf Ihre Entscheidung reagiert?
Ich habe das dem Vorsitzenden Alexander Graf natürlich rechtzeitig gesagt, das muss ja auch so sein. Im ersten Moment war er natürlich nicht begeistert, aber ich denke das ist normal, wenn jemand den Verein verlässt. Ob nun eine Stütze wegfällt, das muss der Trainer entscheiden. Es gibt ja doch viele junge Leute, die hinterherkommen.

Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis mit dem SV Friesen?
Das schönste war, dass ich in dieser Saison in Schwabach mein erstes Landesliga-Tor geschossen habe. Ansonsten natürlich die Aufstiege mit allen drei Mannschaften. Die sind immer etwas besonderes.

Das Gespräch führte
Dominic Buckreus
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