"Seilbahn und Ringe. Ich kann mich nicht entscheiden", antwortet Finn auf die Frage, was denn sein liebstes Spielgerät sei. Lange darüber nachdenken kann der Sechsjährige gerade nicht, denn Lilly, Alicia und Emilia stürmen schon wieder heran. Die nächste Fahrt mit der Seilbahn ruft.

Stattdessen machen sich eben die Mütter, die das Ganze gemütlich von einer Bank aus beobachten, ihre Gedanken über die Vorzüge des Steinberger Spielplatzes. "Hier ist es schon toll. Schöne Geräte und die Möglichkeit, auch mal in den Schatten zu gehen", sagt die eine. Und die andere der beiden Frauen, die aus Wilhelmstahl in den Nachbarort Steinberg gefahren sind, um den Nachwuchs in der Straße Hofwiese herumtollen zu lassen, ergänzt: "Der Zaun außen herum grenzt den Platz gut gegen die Straße ab."


Ein Gerücht ging um

Sollte dieser schöne und ruhige Ort bald kein Spielplatz mehr sein? Dieses Gerücht ging um in Steinberg - und auch die beiden Mütter aus Wilhelmsthal hatten davon gehört. Nach Ablauf eines zehnjährigen Pachtvertrages mit der Gemeinde Wilhelmsthal wolle der Eigentümer das Grundstück verkaufen und die Geräte müssten umziehen, so erzählte man sich. Als neuer Standort war ein Ort an der Kronachtalhalle im Gespräch. "Dort wäre es nicht so schön", berichten die beiden Mütter am frühen Dienstagnachmittag auf dem Spielplatz.

Doch wie es bei Gerüchten oft so ist: Diese Erzählung entspricht nur der halben Wahrheit. "Der Spielplatz in Steinberg bleibt dort, wo er ist", stellt Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) auf Nachfrage unmissverständlich klar. "Es stimmt, dass der Eigentümer verkauft hat. Und zwar an die Gemeinde Wilhelmsthal."

Seit 2007 galt ein zehnjähriger Pachtvertrag zwischen dem Eigentümer und der Kommune. Nach dessen Ablauf gab es Gespräche zwischen der Bürgermeisterin und den Erben des mittlerweile verstorbenen Eigentümers.

"Wir haben einen guten Preis bekommen, das war ein faires Angebot", sagt Susanne Grebner. "Ich freue mich sehr darüber, dass der Spielplatz in der Ortsmitte erhalten bleibt."


Vorvertrag 2017 beschlossen

Bereits 2017 hat der Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Sitzung einen notariell beglaubigten Vorvertrag beschlossen, der 2018 in Kraft trat.

"In Sachen Spielplätze sind wir in der Gemeinde Wilhelmsthal gut aufgestellt", findet Grebner. Mit Ausnahme von Eibenberg gebe es in jedem der acht Gemeindeteile einen öffentlichen Ort extra für die Kinder. "Ob es dort in Zukunft auch einen geben kann, klären wir derzeit im Zuge unserer Überlegungen im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts."

Die Bürgermeisterin bittet auch die Ortsgemeinschaften um Mithilfe. "Die Gemeinde kann eine gewisse Summe zum Bau eines Spielplatzes bereitstellen. Außen herum gibt es oft große Eigeninitiative von Privatleuten und nicht selten großzügige Spenden von Vereinen."

Denn mit dem Bau der Spielplätze ist es ja nicht getan. Einmal jährlich werden die Geräte durch die Gesetzliche Unfallversicherung (Guv) abgenommen. Grebner: "Wenn Mängel auftreten, versuchen die Mitarbeiter des Bauhofs diese zu reparieren. Ist das nicht möglich, muss das Gerät abgebaut werden."

Und dann wäre da noch die Pflege der Grünflächen. Das übernähmen, so Grebner, im Gemeindegebiet in der Regel ehrenamtliche Organisationen oder Vereine. Zum Beispiel die Spielplatzfreunde in Lahm, die Feuerwehr in Rosslach oder die Kegelabteilung in Wilhelmsthal.

Lediglich der nun im Gemeindebesitz befindliche Spielplatz in Steinberg werde federführend von Bauhofmitarbeitern gepflegt. "Nach dem erfolgreichen Kauf wäre es jetzt sehr schön, wenn sich hierfür Freiwillige finden würden", hofft Grebner.