Das Festgelände von Avalon Nord verwandelte sich wieder drei Tage lang in eine bunte Fantasiewelt aus alten Zeiten. Mit einem kleinen Team um Vorsitzenden Stephan Roger hatte der Verein Nortwald e.V. das inzwischen vierte Nordwald Spektakulum unter dem Motto "Brot und Spiele" auf die Beine gestellt, das bei bestem Wetter auch viele auswärtige Gäste anzog.

Neben dem Freundeskreis aus der Mittelalterszene, die sich mehr oder weniger an historischen Vorbildern oder Ereignissen orientiert, waren unter den zahlreichen Lagergruppen auch unverkennbar Fans der "Herr der Ringe"-Saga und anderer Fantasy-Geschichten. Mittlerweile haben die Orks, die schon mehrfach das Spektakulum heimgesucht haben, eine Nordhalbener "Ortsgruppe" bekommen. Selbst König Artus mit seiner Tafelrunde der etwas anderen Art hielt Hof (im zweimal vollbesetzten Theaterstück von Rudolf Ruf). Marketender boten ihre Waren an, Schmiede konnten aus nächster Nähe erlebt werden, und wer wollte, konnte sich im Axtwerfen oder Bogenschießen üben. Ein Rüstmeister aus dem Erzgebirge zeigte Ausrüstung und Waffenkunst aus verschiedenen Epochen.

Die meisten Lagergruppen boten auch bereitwillig Einblicke in ihre Zelte und auf ihre Ausstattung. Stände boten Köstlichkeiten an von thüringischem Mutzbraten, Kuchen und Waffeln über "Keltenburger" aus Lahm sowie Leckeres aus der Wildkammer im Spessart, Wein und Schnäpse. Auch die Kronacher Bräuknechte und Wirtsweiber waren wieder mit ihrem Stand dabei. Seinen Jungfernbrand überstand der selbstgemauerte Backofen, das luftige Brot von heimischen Beck wurde unter den Gästen verteilt.

Nach einem Zweitagesmarsch aus Bad Lobenstein mit Zwischenstopp an der Reußischen Forsterwaltung in Rodacherbrunn gelangte der "Reußische Friedenszug" zum Festgelände, nachdem er beim "Bondi" am Naturerlebnisbad seine Einreisegebühr entrichtet hatte. Sie wurden dort von den "Historischen von Nordhalben" begrüßt und unter Geleit der Feuerwehr sicher zum Festplatz gebracht.

Unter den Klängen des ATSV-Spielmannszugs marschierte die ansehnliche Gästeschar, darunter Prinz Heinrich vom Fürstenhaus Reuß, Bürgermeister Thomas Weigelt aus Bad Lobenstein und Michael Pöhnlein aus Nordhalben sowie der Kronacher Viertelmeister Jens Schick, zusammen mit Pferdewagen und Vorreiterin auf das Festgelände, wo sie von Platzmoderator Rudolf Ruf empfangen und vorgestellt wurden.


Wettbewerb

Zu den Berglandspielen traten diesmal nur die Titelverteidiger, die Keulenmänner aus Remptendorf und die Burgberg-Sachsen aus dem Erzgebirge an. Nach hartem Kampf in den drei Disziplinen Baumstammüberwurf, Tauziehen und Reiterspiel über offenem Wasser konnte Turnierleiter Steven "der Gerechte" erneut die Thüringer als Sieger ausrufen. Sie durften daher die hochwertige Wandertrophäe, den "Nordhalbener Schädelspalter" wieder mit nach Hause nehmen. Das aus Süden heranziehende Unwetter am Sonntagabend schlug pünktlich zum offiziellen Ende des Festes mit aller Macht zu.