Die Friseure im Landkreis Kronach geben ein Lebenszeichen im Lockdown. Sie lassen die Lichter brennen und beleuchten damit die kritische Situation für die gesamte Branche. Von Freitag 8 Uhr bis Samstag 8 Uhr waren vergangene Woche auch bei den Haarschneidern im Landkreis Kronach für 24 Stunden die Lichter im Friseursalon hell erleuchtet. Corona macht Friseuren das Licht aus ist eine bayernweite Protestaktion von Bayerns Friseuren. Die Kronacher zeigen sich solidarisch mit dieser bayernweiten, leisen, aber eindrucksvollen Aktion "Wir lassen das Licht an". Damit wollen sie zeigen, dass sie noch da sind und dass sie darauf brennen, bald wieder für ihre Kunden die Ladentüren öffnen zu dürfen.

Friseurmeisterin Rabea Porzelt und ihre Friseurin Annette Lifka sprachen sicher allen ihren Kolleginnen und Kollegen von der Seele, als sie vor der Eingangstüre des Haarstudios Rabea bedauerten, die Türen weiter geschlossen halten zu müssen. Die Salons sind weiterhin wegen der Corona-Maßnahmen geschlossen. Daher bleibt für die Friseurinnen nur die Hoffnung auf bald sinkende Infektionszahlen und auf ein Ende des Lockdowns. Die Friseure zeigten bisher Verständnis für die Hygieneschutzmaßnahmen und haben in ihren Geschäften alles getan, um sämtlichen Hygienestandards gerecht zu werden. Ihre Betriebe haben sie für maximale Sicherheit umgestaltet.

Gerade deshalb sind viele Betriebsinhaber und Friseure traurig ihren Beruf nicht ausüben zu dürfen. Die von der Regierung versprochenen Finanzhilfen kommen nur spärlich. Für etliche Betriebe ist die finanzielle Lage existenzbedrohend. Die Friseur-Innung der Kreishandwerkerschaft Kronach bittet alle Kunden um Unterstützung und Geduld und die Friseure um Solidarität und Zusammenhalt. Die Kunden unterstützen ihre Friseure besonders, wenn sie nicht in Schwarzarbeit ihre Haarfrisur stylen lassen. Es heißt ganz einfach: "durchhalten". Die Friseure selbst können sich gegenseitig unterstützen, wenn sie keine illegalen Hausbesuche machen und die unkollegiale Schwarzarbeit nicht billigen.

Viele beteiligen sich an der Aktion

Wie Anja Meier, Geschäftsstellenleiterin der Kreishandwerkerschaft Kronach, auf Nachfrage mitteilt, habe man aus dem Landkreis Kronach einige Rückmeldungen von Friseuren, die sich an der bayernweiten Aktion beteiligen. Sie wollen mit der Aktion auf das Schicksal der Friseure hinweisen, welches sich nicht nur in finanziellen Belangen, sondern auch sozial und psychisch sehr negativ auswirke. Dabei waren die Friseure die erste Branche innerhalb der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die einen ausgeklügelten Arbeitsschutzstandard für Pandemie- Bedingungen vorweisen konnte und in ihren Salons strikt eingehalten hat.

Auch der Webseite des Landesinnungverbands des Friseurhandwerks wird für die Aktion geworben. Petra Zander, Vorstandsmitglied weist darin auf die prekäre Situation ihrer Branche hin: "Die Schließung bedroht vielerorts die Existenz der Unternehmen mit ihren Mitarbeitern und Auszubildenden. Besonders inhabergeführte Familienbetriebe sind hiervon betroffen", sagt sie "Wir kämpfen um unsere Existenz und wollen arbeiten. Wir haben seit über fünf Wochen geschlossen und noch keinen Cent erhalten."

Dass mit diesem Konzept sicher gearbeitet werden kann, zeigen unter anderem die Zahlen der Berufsgenossenschaft. Dort waren bis Ende Dezember im Friseurhandwerk sechs Covid-19-Fälle für das Jahr 2020 bei 80 000 Friseurbetrieben in ganz Deutschland gemeldet, von denen aber keiner anerkannt ist. Daher steht fest: Die Friseursalons spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle! Heißt es in einer Mitteilung der Friseur-Innung. Das Schreiben ermutigt auch die Kronacher Friseure an einer weiteren Folge dieser Aktion teilzunehmen. Diese wird am Freitag, 29. Januar, stattfinden. Auch hier wird es wieder von 8 Uhr Freitag bis 8 Uhr Samstag, heißen, "Wir lassen das Licht an", womit man zugleich ausdrücken möchte, wir brennen darauf, wieder für unsere Kunden da sein zu dürfen.