"Kronach leuchtet" ist ein Mitmachprojekt, in das sich möglichst viele Kronacher einbringen sollen. Deshalb startet das Projektteam einen Wettbewerb, bei dem es nicht nur eine finanzielle Unterstützung gibt, sondern auch eine Betreuung während des Lichtevents. Bürger, Vereine und Schulen können sich einbringen.

Projektleiter Markus Stirn nimmt bis Mitte November Anmeldungen für die drei Kategorien selbstleuchtende oder angestrahlte Objekte, Video-Installationen und Live-Performances entgegen. Dann sucht eine Jury die drei besten Ideen aus, die mit einer Prämie von je 250 Euro bedacht werden. Außerdem bietet das Projektteam Unterstützung bei der technischen Umsetzung an.


Drei Preisträger

Für die Leuchtobjekte gibt es Mindest- und Maximalgrößen als Vorgaben, bei den Video-Installationen wird von "Kronach leuchtet" ein leistungsstarker Beamer gestellt. Markus Stirn gab hinsichtlich der Live-Performances zu bedenken, dass diese während der zehn Tage jeweils von 20.30 Uhr bis Mitternacht gezeigt werden müssen, das also anstrengend sein kann.

Die drei Preisträger des Wettbewerbs werden von "Kronach leuchtet" unterstützt. Es werden Leuchten zur Verfügung gestellt und ein Elektriker berät in fachlichen Fragen. Markus Stirn erläuterte bei der Vorstellung der Ausschreibung für den Wettbewerb, warum der jetzt schon startet und Mitte November Einsendeschluss ist. Er weiß: "Man braucht drei Monate zum Bauen." Oft würden Prototypen entwickelt, die aber nicht wirkten, denn die Eigenhelligkeit in der Stadt werde unterschätzt. Viele Projektionen wirkten nicht so, wie man sich das vorgestellt habe.


Visionen realisiert

Rainer Kober, Vorsitzender von "Kronach Creativ", dem Veranstalter von "Kronach leuchtet", war froh, dass sich das Lichtevent seit dem Jahr 2006 gut weiterentwickelt hat: "Die Bereitschaft, mitzumachen, hat sich verstärkt", sagte er mit einem strahlenden Lächeln. Und: "Wir haben über die Jahre eine Menge Visionen realisiert!"

Natürlich möchten Rainer Kober, Markus Stirn und die weiteren Macher von "Kronach leuchtet", dass die Stadt nicht nur zehn Jahre lang wunderschön illuminiert wird. Eine Dauerbeleuchtung ist das Ziel. Die würde aus Mitteln der Städtebauförderung auch mit 60 Prozent Zuschuss unterstützt. Aber ein Lichtmasterplan muss her. Der kostet 30 000 Euro - und auch dazu gäbe es die 60 Prozent Zuschuss. Die restlichen 40 Prozent müsste die Stadt Kronach tragen - und daran hapert es.

Markus Stirn kündigte an, dass es 2016 noch mehr Lichtpunkte in Kronach geben wird. "Kronach leuchtet" finde vom 29. April bis 8. Mai statt und sei wegen "Crana Historica", das an Pfingsten durchgeführt werde, um eine Woche vorverlegt worden. Außerdem habe man mit Christi Himmelfahrt einen Feiertag während des Lichtevents, was sich - auch wegen des anschließenden Brückentags - wie ein drittes Wochenende auswirke.

Zu "Kronach leuchtet" kommen wieder 40 Studenten aus den Hochschulen Wismar, Turin und Kairo, die Stammgäste aus Coburg sowieso. Der Professor aus Kairo war von "Kronach leuchtet" 2015 so begeistert, dass er im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder mit seinen Studenten dabei sein will. Rainer Kober freute sich, dass man dem Nachwuchs die Möglichkeit geben könne, Erfahrungen zu sammeln. Markus Stirn hielt es für einmalig, dass die Studenten etwas bauen könnten, das in der Öffentlichkeit präsentiert werde.

Das Team von "Kronach leuchtet" rechnet mit einer Besucherzahl von 70 000 (schlechtes Wetter) bis 100 000 (gutes Wetter). Auf jeden Fall brauche man für 2016 noch Lichtführer, denn heuer habe man die Nachfrage bei pro Abend vier Führungen nicht befriedigen können.