Mit China verbinden viele zuerst Essen wie Frühlingsrollen oder aber Sehenswürdigkeiten wie die "Chinesische Mauer" und die "Verbotene Stadt". Doch China hat viel mehr zu bieten, wie der Schüler Philipp Mayer im Rahmen des Chinese Bridge Summer Camps bald erfahren darf.
Das Camp ist ein vom Konfuzius-Institut München organisiertes Förderprogramm. Obwohl die Bewerbungsfrist für das Kulturprogramm bereits abgelaufen war, konnte der Schüler durch die guten Kontakte noch einen Platz ergattern. "Ich hab mich sofort dafür gemeldet", sagt Mayer. "Das wird sicherlich interessant, weil es einfach eine völlig andere Kultur ist - und die Menschen sind auch ganz anders", sagt Mayer.


Vorfreude überwiegt

Der Schüler ist schon etwas aufgeregt, aber die Vorfreude überwiegt. Etwas Mut gehöre schon dazu, sagt er. "So eine Chance bekomme ich wahrscheinlich nie wieder", sagt Mayer. Er ist sehr gespannt darauf, was ihn in China erwartet. Auf das landestypische Essen freut er sich jedenfalls schon.
Chinesisch spricht er noch nicht, das lernt er erst im Sprachkurs - zumindest einige Grundlagen davon, denn wirklich viel Zeit bei seinem Aufenthalt bis 12. August nicht bleiben. Etwas Bedenken hat Mayer schon, was die völlig fremde Sprache betrifft. "In China sprechen ja viele kein oder kein gutes Englisch. Das wird bestimmt abenteuerlich", sagt Mayer. Bei Verständigungsproblemen bekommt er Hilfe von Betreuern, die ihn auf der Reise begleiten.
Die Reisegruppe besteht aus 15 bis 30 Teilnehmer und zwei Betreuern. Philipp Mayer Schüler hat bei zwei Treffen in München die anderen Mitreisenden bereits besser kennengelernt. Ende Juli geht es dann mit dem Flugzeug nach Beijing. Dort können sich die Schüler eingewöhnen und kulturelle Sehenswürdigkeiten wie die "Chinesische Mauer" oder auch die "Verbotene Stadt" besuchen.


Grundlagen im Sprachunterricht

In Tai'an gibt es dann schließlich Sprachunterricht und ein Kulturprogramm in einer chinesischen Mittelschule. Durch den Kontakt mit den Schülern und die Familienbesuche können sie dann ihre neuen Sprachkenntnisse auch praktisch üben.
In Shanghai erwartet die Reisegruppe einige Vorträge mit Themen wie "China verstehen lernen". Nachmittags sind wieder Ausflüge zu besonderen Sehenswürdigkeiten geplant, die auch Eindrücke der chinesischen Kultur ermöglichen. Der Yu-Garten gilt dabei als eines der schönsten Beispiele der Gartenkunst in China.
Zustande kam diese einmalige Chance für Mayer vergangenes Jahr bei "Kronach leuchtet". In diesen Tagen besuchte die Führungsspitze des chinesischen Generalkonsulats Kronach. Die Veranstaltung und die Gastfreundschaft begeisterte sie so sehr, dass sie eine Einladung in ihr Land aussprach. Hartmut Nenninger, Mitarbeiter des Organisationsteams bei "Kronach leuchtet", sagt rückblickend: "Wir hatten während des Besuchs sehr gute Gespräche und einen regen Austausch."
Im Anschluss wurde Nenninger von der Direktorin des Konfuzius-Instituts, Gao Fangfang, gefragt, ob er zwei Schüler kennt, die im Rahmen des Austauschprogramms nach China reisen möchten. Bei der Suche half ihm Thomas Müller, der am Kaspar-Zeuß-Gymnasium unterrichtet. Zwei Schüler deshalb, weil Mayer eigentlich noch von Melissa Yilmaz begleitet werden sollte. Im letzten Moment stellte sich aber heraus, dass sie keine EU-Bürgerschaft besitzt und deswegen nicht in China einreisen darf. Traurig sagt sie: "Natürlich war ich im ersten Moment sehr niedergeschlagen und traurig, aber jetzt denke ich eben, dass das ganze Weinen nicht hilft. Das ist einfach blöd gelaufen." Die Enttäuschung war auch bei Nenninger und anderen Unterstützern wie dem Elternbeirat und dem Lions Club groß.


Absage für Mitschülerin

Ihre Mitschüler, die sich für Mayer und Yilmaz gefreut hatten, waren nach der Absage für die Schülerin ebenso enttäuscht wie Nenninger und andere Unterstützer wie der Elternbeirat oder der Lions Club. Betroffen erklärt Nenninger: "Sie haben vom Konfuzius-Institut zwar noch versucht, die Situation abzuwenden, konnten aber nichts mehr machen." Deshalb muss Philipp Mayer jetzt die Reise alleine antreten, für die er dank der Unterstützung durch Nenninger, den Elternbeirat und den Lions Club nur die Kosten für den Flug tragen muss. Ziel der Reise ist der Kulturaustausch zwischen Deutschland und China. "Ich finde es sehr wichtig, dass junge Leute ihren Horizont erweitern und neue Erfahrungen sammeln können", sagt Nenninger. Deshalb ist für ihn die Unterstützung des Schülers selbstverständlich.
Für das nächste Jahr haben sich die chinesischen Freunde wieder für einen Besuch zu "Kronach leuchtet" angekündigt. Da die Nachfrage für das Austauschprogramm bei Kronacher Schülern zwischenzeitlich so groß ist, das Angebot in Zukunft vermutlich auch anderen Schulen zu unterbreiten.