Beim zunächst auf ein Jahr angelegten SkF-Projekt "Lebenswirklichkeit in Bayern" sollen anerkannte Flüchtlingsfrauen die deutsche Kultur kennenlernen. Zu der Veranstaltungsreihe zählte auch das Kreativangebot Muttertag, bei dem gemeinsam schöne Bilder entstanden.
"In meiner Heimat Syrien gibt es auch einen Muttertag. Wir feiern am 21. März und es gibt es auch Geschenke und Blumen wie hier in Deutschland", erzählt Diana. Die 20-Jährige ist eine von drei jungen Flüchtlingsfrauen, die im Katholischen Pfarrzentrum am Kreativangebot Muttertag des Sozialdienstes katholischer Frauen (kurz SkF) Kronach teilnahmen. Ebenfalls zu Farbe und Pinsel griffen die Pädagogin B.A. Anna Scheiblich, die das Projekt "Lebenswirklichkeit in Bayern" in Kronach leitet, sowie "Mama" Frieda, die sich sehr stark in der Flüchtlingsarbeit engagiert.
Eingangs konnten sich die fünf Frauen für ein bestimmtes Motiv als Muster entscheiden. "Euer Bild muss nicht genauso aussehen. Das ist nur eine kleine Hilfestellung. Malt einfach das, was euch gefällt", ermunterte die Leiterin des Malkurses, Dagmar Hänel, ihre anfangs noch recht skeptisch dreinschauenden "Schülerinnen".
Gemalt wurde mit Acrylfarben auf Leinwand. Da machte es auch nichts, wenn mal der ein oder andere Pinselstrich etwas danebenging. "Das kann man wieder wegwischen, solange die Farbe noch nicht trocken ist", erklärte sie, während sie der Gruppe etwas bei der Gestaltung des Hintergrunds behilflich war. Nach den ersten zaghaften Versuchen ging es dann tatsächlich immer besser. In nicht einmal zwei Stunden entstanden fröhliche Bilder mit bunten Blumen oder auch stimmungsvollen Sonnenuntergängen. So fröhlich wie ihre Bilder war auch die Runde selbst. Obwohl die Fünf konzentriert bei der Sache waren, fand natürlich auch ein reger Austausch statt. Zu erzählen gibt es schließlich immer etwas, und es gab Neuigkeiten: Diana ist mit ihrer Mutter Solafa zwischenzeitlich von Küps nach Kronach gezogen. Mit dem Modellprojekt des Integrationsministeriums "Lebenswirklichkeit in Bayern" fördert der Freistaat eine Kultur- und Wertebildung speziell für bleibeberechtigte Frauen in Bayern. "Mit praktischen und niedrigschwelligen Angeboten sollen die Frauen erreicht werden und dabei Alltags- und Kulturleben kennenlernen", erklärt Anna Scheiblich.
Der SkF mit seinen Ortsvereinen in Aschaffenburg, Nürnberg, Süd-Ostbayern (Prien), Schweinfurt und Kronach setzt dieses Modellprojekt nach den jeweilig örtlichen Gegebenheiten um. Hintergrund ist, dass laut Bayerns Familien- und Integrationsministerin Emilia Müller gerade Frauen bei der Integration eine Schlüsselrolle zukomme. Sie sollen mit dem Projekt unterstützt werden.