Ein ganzer Ort - erfüllt mit wunderbarer Blasmusik: Herrliche Bilder gab es am Sonntagnachmittag beim Kreismusikfest in Tettau zu sehen. Zahlreiche Musikkapellen aus dem Landkreis Kronach zogen mit Vereinen der Gemeinde Tettau in einem großen Festzug durch das festlich geschmückte Dorf zur evangelischen Kirche. Sie alle sorgten beim "Geburtstagsmarsch" für ein einmaliges Klangerlebnis: Im Minutentakt gab es viele verschiedene Arten der Blasmusik zu hören.

Der hinter dem Gotteshaus dargebotene Gemeinschaftschor aller Teilnehmer war Gänsehaut pur und vor allem eines: eine Hommage an die Blasmusik in all ihrer Vielfalt und Schönheit. Gemeinsam stimmten die mehreren Hundert Musiker unter Leitung des stellvertretenden Kreisdirigenten Markus Schnappauf "Apertum" (übersetzt "freier Himmel" oder "offener Raum") sowie anschließend unter Leitung von Wolfgang Milich vom Jubelverein den Frankenlied-Marsch an.

Kreisvorsitzender Wolfgang Müller gratulierte namens aller 48 Vereine/ Kapellen des Kreisverbands Kronach des Nordbayerischen Musikbunds (NBMB) mit seinen rund 1500 Aktiven. "Im Kreisverband Kronach herrscht ein Zusammenhalt, um den uns andere beneiden", zeigte er sich stolz. Er hoffte, dass das Jubiläum jungen Menschen zum Beweggrund werde, sich der Blasmusik anzuschließen. Gleichzeitige sollte man aber auch andere Wege gehen, indem man versuche, erwachsene ehemalige Aktive wieder zu rekrutieren.

"Das Dorf lebt! Das Land lebt! Die Musik lebt!", rief ein sichtlich stolzer Bürgermeister Peter Ebertsch in Anspielung auf die kürzlich aus Kronach ausgestrahlte Sendung "Jetzt red i". Er dankte dem Musikverein für 105 Jahre segensreiches Wirken, wobei er insbesondere die geleistete sehr gute Jugendarbeit herausstellte.

Die Grüße des Landkreises und von Landrat Klaus Löffler, der sich etwas später zum Fest dazugesellte, übermittelte dessen Stellvertreter Gerhard Wunder. 48 Musikkapellen im Landkreis seien, so Wunder, ein Beleg für die Verbundenheit der Menschen mit der Blasmusik, die ein wertvolles Stück unserer Kultur ausmache. "Die Menschen im Landkreis Kronach brauchen euch", appellierte er.

Traditionell gratulierten die Musikerinnen und Musiker dem Jubelverein, indem sie ihre Instrumente in den blauen Tettauer Himmel reckten als Zeichen ihrer Wertschätzung und Verbundenheit.