In den letzten Wochen sind in Bayern grüne Oasen gesucht worden, die voller Leben sind. Wer vor der gestrengen Jury besteht, darf sich über eine besondere Auszeichnung freuen, denn der naturnahe Garten hat erfreulicherweise bei vielen Hobbygärtnern wieder einen hohen Stellenwert eingenommen. Am vergangenen Freitag war es dann so weit, dass die ersten drei erfolgreichen Gartenbesitzer in der Ökologischen Bildungsstätte Oberfranken im Wasserschloss Mitwitz mit Urkunde und Plakette ausgezeichnet wurden. Es sind dies: Michael Büttner, Nordhalben, Damaris und Jürgen Schmitt, Ludwigsstadt, sowie Mihaela und Rolf Beyer, Mitwitz.

Die Auszeichnungen nahmen stellvertretender Landrat Gerhard Wunder sowie Gartenbaukreisvorsitzender Fritz Pohl aus Theisenort vor. Am Ehrungsakt waren außerdem Kreisfachberaterin Beate Singhartinger und Gartenbauingenieurin Melanie Hohner beteiligt. Beide hatten in den letzten Wochen mit großem Zeitaufwand die Zertifizierung vorgenommen. Unterstützt wurden sie von Christine Bender aus Veitshöchheim.

Die begrüßenswerte Aktion steht unter dem Motto "Bayern blüht - Naturgarten". Die bayernweit durchgeführte Naturgartenzertifizierung ist von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim organisiert worden. Nur wessen Garten der strengen Prüfung standhält, wird mit Plakette und Urkunde ausgezeichnet und darf seinen Garten als "Zertifizierter Naturgarten" betiteln.

Dazu Beate Singhartinger: "Naturnah gestaltete, mit vielfältigen Lebensräumen ausgestattete und ökologisch bewirtschaftete Gärten setzen ein Zeichen gegen die zunehmende Versiegelung und Aufheizung unserer Siedlungsflächen durch Verwendung von Pflaster oder Kies und Schotter in den Vorgärten. Ein naturnaher Garten hingegen leistet mit seiner Vielfalt zugleich einen wichtigen Beitrag gegen den Rückgang von Bienen, Pflanzen und Tierarten."

Gegen den Schottergarten

Landratsstellvertreter Wunder sowie Kreisvorsitzender Pohl würdigten das Engagement von Beate Singhartinger und Melanie Hohner. Mit der Zertifizierung werde ein wichtiger Beitrag für die Kulturlandschaft geleistet. So stehe der Landkreis Kronach voll und ganz hinter dieser Aktion, versicherte Gerhard Wunder. Ziel der Zertifizierung sei es, so Fritz Pohl, mit biologisch vielfältigen Gärten ein Zeichen zu setzen und einen Gegentrend zur Monotonie des englischen Rasens oder der leider immer häufiger zu sehenden Schottergärten aufzubauen.

Folgende Beurteilungen gab es für die drei ersten Naturgärten mit Zertifizierung:

Michael Büttner, Nordhalben: In diesem Garten sind die Übergänge zur Natur fließend und er ist ein Generationenprojekt. Die Grundstrukturen wurden bereits vom Vater gelegt und werden nun von den Gartenbesitzern kontinuierlich weiterentwickelt. Altbewährtes wird erhalten, neue Ideen mit viel Engagement in die Tat umgesetzt. So entstanden in dem steilen Hanggelände terrassierte Bereiche für Gemüsebeete, Streuobstbäume und viele heimische Laubgehölze und Kräuter. Der rote Fingerhut bietet reichlich Nahrung für Hummeln, und für die Vogelwelt finden sich unzählige Brutmöglichkeiten. Heimische Natur und deren Vielfalt wird engagiert gefördert und steht immer im Blickpunkt des Gärtners.

Damaris Schmitt, Ludwigsstadt: Hier werden Gartengestaltung und Naturnähe wunderbar vereint. Aus einer ehemaligen Teichanlage wurde mit viel Liebe zum Detail eine Gartenoase geschaffen, die die natürlichen Gegebenheiten mit einbezieht. In den bunten Blumenrabatten blühen mediterrane Schönheiten mit heimischen Kräutern um die Wette. Der kleine Gemüsegarten bietet eine bunte Vielfalt und ist zudem sehr dekorativ anzusehen. Der intensiv gestaltete Gartenbereich löst sich zu den Grundstücksrändern auf und bietet unterschiedlichste naturnahe Lebensräume für die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

Rolf Beyer, Mitwitz (Angerwustung): Dieser Garten spiegelt die Lebenseinstellung seiner Besitzer. Hier wird mit der und niemals gegen die Natur gearbeitet. Die passionierten Imker und Kräuterspezialisten haben ihren Garten und die angrenzende große Streuobstwiese als Paradies für Bienen, Insekten und Vögel angelegt. Vielfältige Kräuterbeete sind entsprechend der keltischen Mythologie und ihrer Heilwirkung für den Menschen liebevoll gestaltet. Die Wertschätzung der Natur ist überall sicht- und spürbar. Dies wird in Führungen mit Schulklassen und Kindergärten anschaulich weitervermittelt.