Es dürfte im Landkreis Kronach ein Novum sein. In Marktrodach soll im "Gries 3" ein ökologisches Gewerbegebiet entstehen. Am Montagabend stellte Thomas Kleylein vom Planungsbüro HTS Plan den Entwurf vor.

Zuvor erklärte Bürgermeister Norbert Gräbner (ÜWG/FW), dass in seiner Gemeinde nicht nur die Nachfrage nach Bauland, sondern auch nach einem weiteren Gewerbegebiet vorhanden sei. Durch die weichen Standortfaktoren, wie beispielsweise gute Einkaufsmöglichkeiten sowie durch die Ortsumgehung Zeyern, sei diese sogar gestiegen. Das Gewerbegebiet soll am Anschluss an das bereits bestehende "Im Gries II" angegliedert werden. Ziel sei es, mit der Ausweisung den Fortbestand des Gewerbes zu sichern sowie die Attraktivität der Gemeinde zu steigern.

Der Bürgermeister erinnerte an das im Jahr 2016 in Auftrag gegebene integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Dieses schuf eine Vielzahl von langfristigen und wirksamen Lösungen für bestehende Herausforderungen. Mit der Ausweisung des neuen "ökologischen Gewerbegebietes" möchte die Marktgemeinde auch auf den Wandel der Zeit eingehen.

Thomas Kleylein sprach unter anderem von einem rund fünf Hektar großen Areal, das in vier Baufenster aufgeteilt ist. Über die bereits bestehende Straße soll die Erschließung des "ökologischen Gewerbegebiets" erfolgen. Angedacht sei weiter eine Einbahnregelung, auf der rechten Seite ein Geh- und Radweg und ein Wendehammer am Ende der Fahrbahn. Es soll auch ein Grüngürtel mit kleineren und größeren Bäumen angelegt werden.

Photovoltaik- und Solarflächen

Im Gewerbegebiet sollen erneuerbare Energien eine Rolle spielen. Jeder Betrieb sei angehalten, Photovoltaik- oder Solarflächen anzubringen. Zudem sollen Zisternen das öffentliche Kanalnetz entlasten. Zugelassen bei den einzelnen Gewerbegebäuden seien Bull-, Sattel- und Flachdächer. Es wird auch Wert auf eine naturnahe Gestaltung von Firmenparkplätzen, auf eine bewusste Materialauswahl bei Baumaßnahmen gelegt. Zudem sei angedacht, eine klimafreundliche Mobilität durch Anbindung an den ÖPNV zu schaffen. Das Gremium billigte den Vorentwurf ohne Gegenstimme.

Am Anfang der Sitzung informierte Bürgermeister Gräbner (ÜWG/FW) darüber, dass die Arbeiten für die Erschließung von drei Baugrundstücken in der Nähe der Oberrodacher Mühle in den nächsten Wochen beginnen. Zudem gibt es für den Radweg von der Oberrodacher Kreuzung bis Einfahrt Mühlbach eine Straßenbeleuchtung. Erfreut war der Bürgermeister über die Antwortschreiben, die die Gemeinde von Grundstückseigentümern erhalten hat. Diese hatte zuvor wegen Bauland Schreiben verfasst.

Gräbner wies auch auf Straßensanierungen im Gemeindegebiet hin. Es seien Plätze, Wege, Kanalschächte, Unter- und Oberflurhydranten, Oberflächensanierungen und Regeneinläufe im Wert von fast 100 000 Euro instand gesetzt worden.

Die Testphase nutzen

Die Einführung des Mobilitätskonzepts bezeichnete der Bürgermeister als "eine gute Sache". Derzeit würden kleine Verbesserungen durchgeführt, wobei sich der Landkreis und die Mitarbeiter der Mobilitätszentrale sehr aufgeschlossen zeigten. Er forderte die Bürger auf, die Testphase bis zum 8. September (bis dahin können die Züge und Buslinien im Landkreis kostenlos getestet werden) wahrzunehmen. Denn, so der Bürgermeister, diese Wochen dienen dazu, Probleme und Schwachstellen zu erkennen und abzustellen. Hierbei können alle mithelfen und ihre Erfahrungen und Anregungen der Mobilitätszentrale mitteilen. Auch bei Fragen stünden die Mitarbeiter gerne zur Verfügung.

Gräbner wies zudem darauf hin, dass ab dem 24. August bereits mit dem Schulfahrplan gestartet wird. Dies soll Eltern und Kindern die Möglichkeit geben, die benötigten Busverbindung vorab auszuprobieren. Die Busfahrkarten erhalten die Kinder in den ersten Schultagen. Die Beförderung bis dahin ist frei.

Weiter wies Gräbner darauf hin, dass als Trost für den Ausfall der Schwimmbadsaison in Marktrodach jedes Kind in der Gemeinde zwischen 6 und 16 Jahre einen Gutschein für eine Dauerkarte für die Badesaison 2021 erhalte.

Unter Punkt "Sonstiges" gab Roland Pompe bekannt, dass die vier Arbeitsgruppen für die Dorferneuerung Zeyern in der kommenden Woche ihre Arbeit wieder aufnehmen wollen. Bis Ende des Jahres soll ein Maßnahmenkatalog erstellt werden. Die Bürger haben die Möglichkeit, auf einzelne Punkte Einfluss zu nehmen.

Oliver Skall (SPD) regte an, das Mobilitätskonzept stärker zu bewerben. Es sei wichtig, dass die Bürger die Bedarfshaltestellen kennen. Er schlug vor, eine entsprechende Karte auf der Gemeinde-Homepage zu veröffentlichen. Gräbner wies darauf hin, dass nicht alle Bürger Internet haben, deshalb werden am kommenden Wochenende entsprechende Informationen bezüglich Mobilitätskonzept und Haltestellen als Printprodukt an die Bürger verteilt.

Bauanträge

Zugestimmt wurde folgenden Bauanträgen: Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage in Oberrodach auf Flur- Nr. 159; Aus- und Ausbaumaßnahmen am bestehenden Wohnhaus und Abbruch der bestehenden Scheune auf der Flur-Nr. 94 in Oberrodach, Von-Waldenfels-Straße 8; Errichtung eines Blockbohlenhauses in Mittelberg auf der Flur-Nr. 998 Gemarkung Seibelsdorf.

Abgelehnt wurde der Antrag für den Neubau einer Jet-Tankstelle mit Waschhalle auf der Flur-Nr. 401/2 in Oberrodach. Der Grund: So ein Vorhaben sei in diesem Gebiet durch den Bebauungsplan ausgeschlossen. Zudem wurde auf die problematische Verkehrssituation hingewiesen.