Sich selbst ganz persönliche Trinkflaschen mit Motiven in der Lieblingsfarbe bedrucken - das konnten am Donnerstag acht Mädchen bei der Firma Rebhan FPS Verpackungen in Stockheim. Beim Girls' Day informierten sich die Schülerinnen der Jahrgangsstufen 7 bis 9 vor Ort insbesondere über die vom Unternehmen im gewerblich-technischen Bereich angebotenen Ausbildungsberufe. Dabei durften sie auch selbst Hand anlegen.
Der Aktionstag fand heuer zum 18. Mal statt, davon im 17. Jahr in Folge auch im Landkreis Kronach. Dieses Mal waren es 16 Unternehmen, die 142 Mädchen die Möglichkeit gaben, einen Blick in vermeintliche Männer-Domänen zu werfen. Der regionale Arbeitskreis Girls' Day, der diese Veranstaltung bewirbt, trifft sich jedes Jahre in einem anderen Unternehmen. Zentraler Ansprechpartner des Arbeitskreises ist Wolfgang Puff, Geschäftsführer der WSE Wirtschafts- und Strukturentwicklungsgesellschaft Landkreis Kronach. Dieser stattete am Donnerstagmittag mit der Berufsberaterin Tina Langold seitens der Agentur für Arbeit Kronach - ebenfalls Mitglied im Arbeitskreis - der Firma Rebhan FPS Kunststoff-Verpackungen GmbH einen Besuch ab. Beide freuten sich über die konstant hohe Beteiligung der teilnehmenden Unternehmen wie auch technikaffinen Mädchen.
Nach wie vor stammt die Mehrzahl der Bewerbungen für technische Berufe von männlichen Bewerbern, so dass es weiterhin Luft nach oben gebe. Ein eindeutig erhöhtes Interesse von Mädchen sei aber spürbar. Dies bestätigten auch seitens der Firma Rebhan der technische Leiter Siegfried Pfadenhauer sowie die Ausbilder für den kaufmännischen Bereich, Christian Jakob, und den technischen Bereich, Philipp Funke. Derzeit zählt Rebhan eine Dualstudentin für Kunststofftechnik sowie zwei weibliche Auszubildende in gewerblich-technischen Ausbildungsberufen. "Im September kommen zwei weitere weibliche Auszubildende ebenfalls im gewerblich-technischen Bereich hinzu", freuen sich die beiden Ausbilder. Insgesamt beschäftigt der Spezialist für innovative, hochwertige Kunststoffverpackungen von Kosmetik-, chemischen und Haushaltsprodukten 230 Mitarbeiter, davon 102 weibliche. Hinzu kommen derzeit 17 kaufmännische und gewerbliche Auszubildende. Am Girls' Day nimmt das Unternehmen mit Stammsitz in Stockheim regelmäßig seit mehreren Jahren teil. Schon immer legte Rebhan größten Wert auf die Ausbildung. "Die Werbung für Nachwuchskräfte wird immer wichtiger", zeigte sich Pfadenhauer sicher. Rebhan sei sicherlich den meisten ein Begriff, wenn sie an der Straße vorbeiführen. Was sich aber dahinter verberge, was genau produziert werde und wie breit man - von der Rohflasche bis hin zur hochdekorierten Flasche - unter Anwendung sämtlicher Produktionsverfahren aufgestellt sei; das wüssten viele nicht. Für Bewerbungen wie auch Praktika ist man stets offen. Aktuell sind für den Ausbildungsstart im Herbst noch Ausbildungsplätze für Verfahrensmechaniker bzw. Verfahrensmechanikerinnen und Maschinenanlagenführer frei. Hier können noch Bewerbungen erfolgen. Schulische Voraussetzung ist ein guter Hauptschulabschluss. Rebhan bildet für den Eigenbedarf aus, um die Absolventen nach erfolgreicher Abschlussprüfung zu übernehmen. Dabei handelt es sich durchwegs um hochqualifizierte, zukunftsträchtige Ausbildungsberufe in einer weiterhin wachsenden Branche. Die Gewinnung von Auszubildenden sei sicherlich nicht einfacher geworden. Dass man bislang immer alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen konnte, sei auch das Ergebnis intensiver Bemühungen. Hierzu zähle die Teilnahme an der alle zwei Jahre stattfindenden Ausbildungsmesse des Landkreises wie eben auch am Girls' Day. Auch heuer gab man sich seitens des Unternehmens viel Mühe, den Mädchen einen interessanten Aktionstag mit vielen Infos zum Unternehmen, den Betriebsabläufen und den Berufsfeldern zu geben. Nachdem die Schülerinnen mittels einer Präsentation die Unternehmensstruktur sowie bei einer Führung die verschiedenen Abteilungen beziehungsweise Produktionsbereiche kennengelernt hatten, ging es für sie in die Praxis.
Dabei durften sie sich zunächst ihre Lieblingsfarbe mischen, mit der sie die Motive auf ihre ganz persönliche Trinkflasche selbst aufdrucken konnten. Nach reiflicher Überlegung einigen sich die Mädchen auf türkisblau, hellrosa und Violett. Die Mädchen zeigten dabei nicht nur großes Interesse, sondern waren auch mit viel Geschick bei der Sache. Unter den technikaffinen Mädchen waren auch die beiden Freundinnen Defrina und Selina aus Tettau beziehungsweise Kleintettau. Die beiden 14 und 16 Jahre alten Schülerinnen des M-Zugs an der Mittelschule Windheim hatten sich vorher auf der Internetseite des Girls' Day informiert und sich schließlich für die Rebhan entscheiden. "Ich fand das einfach interessant und wollte mir die Firma mal anschauen", sagt Defrina. In welche berufliche Richtung es für sie genau gehen soll, wissen die Beiden noch nicht. Vorstellen können sie sich einen gewerblich-technischen Beruf auf jeden Fall.
Lara, die aus Reitsch kommt, wurde über in ihrer Schule ausliegende Flyer auf die Firma Rebhan aufmerksam. "Da ich ja in der Nähe wohne, hat mich das schon interessiert. Ich fahre so oft hier vorbei. Aber ich habe nicht gewusst, was dahinter steckt", verrät die 15-Jährige. Da sie sich auch für einen Ferienjob im Unternehmen interessiert, wollte sie vorher mal etwas hinein schnuppern. Ähnliche Beweggründe hat auch die ein Jahr jüngere Laura, die ganz in der Nähe des Unternehmens wohnt. Welcher Beruf es für sie später werden soll, weiß auch sie noch nicht. Derzeit spielt sie eher mit dem Gedanken, vielleicht einmal zur Polizei zu gehen, nachdem sie dort bereits ein Schülerpraktikum absolvierte. Franco - Auszubildender im zweiten Lehrjahr als Medientechnologe Fachrichtung Siebdruck - hatte die Mädchen in die Farbenmischung wie auch Bedienung der Maschine eingewiesen. Die Flaschen durften die Mädchen als schönes Andenken mit nach Hause nehmen. Die Firma Rebhan hofft, dass sich das gezeigte Interesse zu gegebener Zeit in Bewerbungen niederschlägt. Die Chancen dafür stehen gut, hat doch ein Teil der Teilnehmerinnen großes Interesse bekundet.