Der Frost der letzten Tage hat die Oberfläche zahlreicher Gewässer im Landkreis Kronach in eine Eisfläche verwandelt. Aber Vorsicht: Die Eisdecke ist trügerisch und vielerorts noch nicht tragfähig. Die einfachste Regel: Eisflächen auf Gewässern am besten überhaupt nicht betreten. "Die winterliche Natur lässt sich auch vom sicheren Ufer aus genießen", so Oliver Martin, der Öffentlichkeitsreferent des DLRG-Kreisverbandes Kronach, zum aktuellen Thema Gefahr auf dem Eis. Und in diesen Zeiten gelte ganz besonders: Die Pandemie eindämmen, also auch an oder auf Eisflächen keine Menschenansammlungen bilden.

Der Landesverband Bayern und der Kreisverband Kronach der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) raten jetzt dringend zur Vorsicht und geben Tipps für die Sicherheit: Wichtig ist es, erst viele Tage mit starkem Nachtfrost abzuwarten, bevor man eine Eisfläche betritt. Bei stehenden Gewässern wie Teichen oder Seen sollte die Eisdecke mindestens 15 Zentimeter stark sein, damit das Eis betreten werden kann.

Wichtig: Ruhe bewahren und um Hilfe rufen

Aber auch trotz einer vermeintlich dicken Eisschicht können an verschiedenen Stellen Gefahren lauern: Über fließendem Wasser wächst die Eisschicht langsamer als auf stehendem. Daher besteht besondere Gefahr an Zu- und Abflüssen, an Quellen im Gewässer, die Strömungen verursachen, und an bewachsenen Uferstellen. Dunkle Stellen im Eis bedeuten eine besonders dünne Eisoberfläche. Eine Schneeschicht auf dem Eis verhindert zusätzlich das Anwachsen der Eisschicht. Ein Knistern oder Knacken beim Betreten der Eisfläche ist ein letzter Hinweis dafür, dass die Tragkraft des Eises nicht ausreicht.

Bricht man ins Eis ein, so verbleibt nicht viel Zeit, um sich selbst aus dem frostigen Wasser auf die Eisfläche zu retten. Binnen weniger Minuten tritt eine Unterkühlung ein, was fast immer Lebensgefahr bedeutet. Das eiskalte Wasser verursacht schneidende Schmerzen und die Kräfte für eine Selbstrettung schwinden sehr schnell. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden. Laut um Hilfe rufen, damit Passanten auf die Notlage aufmerksam werden und einen Notruf absetzen können (Rufnummer 112).

Für den Verunfallten empfiehlt es sich, die Arme vor sich über der Oberfläche der Eisfläche auszubreiten und zu versuchen, sich langsam flach auf die Eisfläche zu schieben und kriechend das Ufer zu erreichen. Unter allen Umständen muss man vermeiden, unter das Eis zu geraten. Schnelles und entschlossenes Handeln sind wichtig, heftige Bewegungen sollten dennoch unterlassen werden, weil diese zu noch mehr Wärmeverlust führen. Sobald man sich in Sicherheit gebracht hat, den nächsten Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen und sich untersuchen lassen.

Tipps für Helfende

Wenn man beobachtet hat, dass jemand ins Eis eingebrochen ist, sollte er laut um Hilfe rufen, damit andere Personen unterstützend tätig werden. Wichtig ist, sofort den Notruf abzusetzen. Alle weiteren Personen sollte man vom Eis winken. Sie sollen sich von der Einbruchstelle im Liegen wegbewegen. Wenn möglich, sollte man die Eisfläche nicht selbst betreten, sondern vom Ufer aus Rettungsmittel (Ast, Leiter, Seil oder Schal etc.) zureichen.

Gelingt es dem Verunglückten nicht, sich so an Land zu ziehen, muss der Retter ihm auf dem Eis zu Hilfe kommen. Dabei nicht vergessen: Das brüchige Eis stellt auch für den Helfer eine erhebliche Gefahr dar. Deshalb unbedingt an die Eigensicherung denken! Bevor man die Eisfläche betritt, sollte man dafür sorgen, dass man von anderen Personen z.B. mit einer Leine gesichert wird. Wichtig ist auch, dem Verunfallten Mut zuzusprechen, indem man darauf hinweist, dass Hilfe unterwegs ist, um ihn so zu beruhigen.

Der Einbruchstelle sollte man sich nur flach auf dem Eis liegend nähern und Hilfsmittel benutzen, um den Druck auf das Eis auf eine größere Fläche zu verteilen - z. B. einen umgedrehten Schlitten oder ein Brett. Auch die Eiseinbruchkante sollte mit einem Hilfsmittel abgedeckt werden, damit sie nicht nachbrechen kann. Dem Verunfallten sollte man nicht die Hand reichen, sondern am besten ein Hilfsmittel (s.o.). Andernfalls besteht die Gefahr, dass man vom Eingebrochenen selbst ins Wasser gezogen wird.

Schnellstmöglich Rettungsleitstelle anrufen

Aus dem Eis gerettete Personen sind oft stark unterkühlt. Deshalb schnellstmöglich die Rettungsleitstelle anrufen. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte unbedingt darauf achten, den Geretteten vor weiterer Auskühlung zu schützen, ihn aber nicht aktiv aufwärmen (Gefahr von Herz- /Kreislaufversagen!). Der Körper des Verunfallten sollte flach gelagert und nicht unnötig bewegt werden. Beim Aussetzen von Atmung oder Kreislauf lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten (Herz-Lungen-Wiederbelebung) und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortsetzen.

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Hundehalter sollten ihre Tiere in der Nähe von Gewässern auf jeden Fall an die Leine nehmen und sie nicht auf das Eis laufen lassen. Ist das trotzdem passiert, sollte man den Hund zurückrufen und sich vom Ufer entfernen, damit er seinem Frauchen oder Herrchen folgt, so wie er es gewohnt ist. Wenn das Tier einbricht, keinesfalls aufs Eis gehen, um ihm zu Hilfe zu eilen. Das Einbrechen ist ein Warnzeichen; Eis, das einen Hund nicht trägt, trägt erst recht keinen Menschen. Sicherer ist es, über den Notruf Rettungskräfte mit geeigneter Ausrüstung zu rufen.

Sicherheitstipps von der DLRG

  • Nur aufs Eis gehen, wenn man ganz sicher ist, dass es trägt, und bedenken, dass die Eisfläche unterschiedliche Stärken haben kann.
  • Warnhinweise gilt es zu respektieren und Informationen über spezielle örtliche Gegebenheiten sollten eingeholt werden.
  • Offene Stellen in der Eisschicht unbedingt weiträumig meiden.
  • Niemals alleine aufs Eis gehen, nur in Begleitung.
  • Kinder unbedingt nur zusammen mit mindestens einem Erwachsenen aufs Eis lassen.
  • Schon bevor man sich aufs Eis wagt, macht es Sinn, sich nach geeigneten Rettungsmitteln umzusehen. So kann man zum Beispiel nach Stangen oder Ästen Ausschau halten und sie gut sichtbar an einem sicheren Platz bereitlegen. Auch ein umgedrehter Schlitten ist als Rettungsinstrument geeignet.
  • Sobald ein Knistern oder Knacken zu hören ist, die Eisfläche sofort verlassen.
  • Bei Einbruchgefahr auf die Eisfläche legen und so das Gewicht verteilen.

Die DLRG hat wichtige Tipps unter www.eisregeln.info ins Internet gestellt. Diese Regeln sind auch gut geeignet, um sie mit Kindern zu besprechen.

Zusätzlich hat die DLRG Bayern Flyer und Poster zu diesem Thema ins Englische und Arabische übersetzt, um damit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Hilfestellungen zukommen zu lassen.

Die ehrenamtlichen Rettungskräfte der DLRG und befreundeter Hilfsorganisationen können rund um die Uhr unter der Notrufnummer 112 für die Rettung aus Eis- und Wassergefahren alarmiert werden.

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