Es war eine tolle Stimmung, als Jean-Marie Pfaff, Bayerns Kult-Keeper der 1980er Jahre, anlässlich des 25. Geburtstags des FC Bayern München-Fanclubs Steinbach am Wald am Samstagabend auf dem Sportgelände eintraf, wo er auch zum neuen Ehrenmitglied des Fanclubs ernannt wurde.

Jean-Marie Pfaff spielte von 1982 bis 1988 beim FC Bayern, er war Publikumsliebling in München und belgischer Nationaltorwart. Bei seinem Besuch in Steinbach zeigte er keine Star-Allüren und es wurde deutlich, dass er für seine Jahre in München dankbar ist. "So eine Zeit vergisst man nicht", sagte Pfaff, der die Steinbacher Bayern-Fans begeisterte.


Zufriedene Gesichter überall

Überall waren strahlende und zufriedene Gesichter zu sehen. Auch die Politprominenz hatte ihren Spaß. Schließlich gelten Landrat Klaus Löffler, sein Kulmbacher Kollege Klaus Söllner sowie der Steinbacher Bürgermeister Thomas Löffler allesamt als einigermaßen fußballverrückt.

"Es ist uns eine große Ehre, dich begrüßen zu können", hieß der Vorsitzende des Bayern München Fanclubs, Thomas Büttner, Jean-Marie Pfaff willkommen. Der 64-Jährige, der mit Klaus Löffler und Klaus Söllner freundschaftlich verbunden ist, ging auf seine Fans zu. Er zeigte sich bodenständig und gab zahlreiche Autogramme.

Pfaff, der unter anderem Vorträge für Unternehmen über seinen Werdegang hält, zeigte, dass ein Mensch, der durch den Fußball zum Weltstar wurde, auch normal bleiben kann.

In der anschließenden Talkrunde, die von Andreas Müller moderiert wurde, sprach der Belgier über sein Talent, sein Alter, sein Verhältnis zum FC Bayern und über die Fußball-Weltmeisterschaft. Dabei verriet er, dass er auf ein Endspiel zwischen Deutschland und Belgien hofft.

"Ich bin sehr glücklich, dass ich heute hier sein kann", meinte Pfaff. Und er riet dem Steinbacher FC Bayern-Fanclub, wie eine Familie zusammen zu halten.


Stolz auf das Bayern-Trikot

Auf seinen ehemaligen Verein angesprochen, meinte Pfaff, dass er die Spiele der Bayern nach wie vor verfolge. Er beobachte vor allem Manuel Neuer. Der Junge mache seine Sache sehr gut, auch in der Nationalmannschaft.

Pfaff sei heute noch stolz, dass er das Trikot des FC Bayern tragen durfte. Dankbar sei er, dass er damals in Bayern so gut aufgenommen wurde und dass er von den Menschen die notwendige Unterstützung bekommen habe, die man benötige, um erfolgreich zu sein.

Auf das Miteinander in der Welt des Fußballs angesprochen, meinte Pfaff: "Im Fußball gibt es keine Freunde, sondern nur Kollegen". Das Torwart-Idol wurde auch auf sein jugendliches Aussehen angesprochen. "Du wirst nicht älter", schmeichelte Andreas Müller. Das hänge wahrscheinlich damit zusammen, so Pfaff, dass er eine Familie habe, auf die er zählen könne, und einen Beruf habe, der ihm Spaß mache.


Der Landrat und sein Spitzname

Dass ihr "Freund" nach Steinbach kam, darüber freuten sich auch die Landräte. Klaus Löffler war stolz, dass er in seiner Zeit als aktiver Fußballer beim SC Rennsteig den Spitznamen der Torwartlegende trug. Er begründete dies damit: "Wenn bei uns ein Ball ins Netz ging, dann waren diese Tore unhaltbar."
Sein Kulmbacher Kollege Klaus Söllner meinte: "Es ist toll, am Rennsteig so eine Kultfigur zu haben".

Der Steinbacher Bürgermeister Thomas Löffler, der eher ein Fan des VfB Stuttgart, aber dennoch seit Jahren Mitglied eines FC Bayern-Fanclubs ist, freute sich, einen so "bodenständigen Menschen" kennen gelernt zu haben.

Am Ende der Talkrunde wurde der Vorsitzende Thomas Büttner von Jean-Marie Pfaff, Bürgermeister Thomas Löffler und den beiden Landräten für 25-jährige Mitgliedschaft und für seine Funktion als Erster Vorsitzender des FC Bayern München Fanclubs mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet.

Vor seinem Auftritt beim SC Rennsteig hatte sich Jean-Marie Pfaff ins Goldene Buch eingetragen. Auch lernte er bei einer Betriebsbesichtigung den größten Arbeitgeber von Steinbach am Wald, die Firma Wiegand-Glas, kennen.