Gebratenes Gemüse mit Joghurtsoße, afghanische "Kofta"-Hackfleischbällchen, gebratener Reis mit Mandeln, Rosinen und Karotten sowie viele Nachtische aus aller Herren Länder - In der Schulküche der Kronacher Berufsschule wird geschält und geschnippelt, gerührt und abgeschmeckt was das Zeug hält.

Ein unvergleichlich aromatischer Geruch liegt in der Luft. Auf dem Herd dampfen große Töpfe mit landestypischen Speisen. Mohamed, Seratsch, Musa, Solafa, Abdulmalek und Maher zaubern gemeinsam ein afghanisches Drei-Gänge-Menü, unterstützt von vielen interessierten Helfern und Helferinnen unterschiedlichster Herkunft.

Gekocht, gesungen und gelacht

"Es ist wunderbar, wenn man in einer Schulküche eine Weltreise machen kann", freute sich Barbara Heinlein über die beim "Kochen für Weltbürger/innen" wieder einmal herrschende multikulturelle Stimmung. Es wurde gesungen und gelacht, in den verschiedenen Sprachen Fragen gestellt, Informationen über die jeweiligen kulturellen Unterschiede ausgetauscht - und nicht zuletzt neue Freundschaften geschlossen.

Nach zwei Stunden intensiven Arbeitens konnte sich das Buffet sehen lassen. Schloss man beim Essen die Augen, konnte man - dank des überwältigenden Dufts und Geschmacks der Gerichte - in ferne Länder eintauchen.

"Schade nur, dass dort Krieg herrscht und die Menschen nicht aus Spaß hier sind", bedauerte Barbara Heinlein und prangerte die schwierige Situation an, der sich afghanische junge Menschen in Bayern gegenübersähen. Immer mit der Angst zu leben, im nächsten Abschiebeflugzeug zu sitzen, hinterlasse Spuren. "Obwohl die jungen Menschen liebend gerne eine Ausbildung machen würden und arbeiten möchten, bekommen sie keine Erlaubnis dafür." Auch, wenn sie nicht abgeschoben würden, sei dies laut Heinlein eine große Verschwendung von Ressourcen, "sowohl menschlich als auch wirtschaftlich."

Die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt wäre eine sinnvolle Entwicklungshilfe, die nicht nur den handwerklichen Betrieben in der Region helfen würde, sondern auch der Rentenkasse, meint Heinlein. Neben diesen existenziellen Bedrohungen litten die Flüchtlinge oft darunter, kaum Kontakt zu Einheimischen zu haben. Deshalb seien die Kochkurse auch so gefragt - nicht nur um neue Menschen kennenzulernen, sondern auch aus dem Bedürfnis heraus, etwas aus der eigenen Heimat näherzubringen.

Wie zum Beispiel Osam: Spontan zauberte er noch einen Nachtisch aus seiner iranischen Heimat, der so ähnlich schmeckte wie fränkische Krapfen.

Mit einem Geschenk bedankte sich Barbara Heinlein bei der Hauswirtschaftslehrerin Barbara Beinke, ohne die die Kochkurse nicht möglich wären. Mit einem herzlichen Dankeschön bedachte sie auch Gaby Scharf aus dem Helferkreis, die immer zur Stelle ist, wenn sie gebraucht wird und der die Flüchtlinge wie auch die Kochkurse sehr am Herzen liegen. Die interkulturellen Veranstaltungen werden über das Förderprogramm "Miteinander Leben - Ehrenamt verbindet" finanziell unterstützt. Das Koordinationszentrum Bürgerschaftliches Engagement im Landkreis Kronach konnte diesen Fördertopf der Lagfa Bayern und des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration nutzen.