Tiefe Schlaglöcher, ein halsbrecherisches Pflaster - die Festungsstraße ist in einem Zustand, der einem Zugang zum Wahrzeichen wie auch touristischen Dreh- und Angelpunkt der Kreisstadt nicht annähernd gerecht wird. Ob Stadtverwaltung, ob Ratsgremium, allen war lange klar, dass dort etwas geschehen muss. Angesichts von Kosten über einer Million Euro und mit der Straßenausbaubeitragssatzung im Nacken hatte die Sanierung jedoch einen schweren Klotz am Bein. Dieser Hemmschuh ist nach der Abschaffung der Satzung weg - und die Sanierung läuft an.
"Die erste Woche wurde genutzt, um die Umleitungsstrecken herzurichten", erklärt Jochen Löffler. Der technische Leiter der Stadtwerke Kronach weist darauf hin, dass die Arbeiten planmäßig begonnen haben.

Wie von Anfang an vorgesehen, waren die Arbeiter schon seit 30. Juli mit den Vorbereitungen für die Sanierung befasst. Am Montag, 7. August, wurde es ernst. Ein Bagger hat begonnen, im unteren Bereich die Pflasterschicht abzutragen. Die miserable Straßendecke war unübersehbar. Doch auch daneben und darunter wird sich einiges tun. Die Straßenbeleuchtung wird an die angrenzenden Straßenzüge angepasst, um ein schönes Bild in der Oberen Stadt herzustellen. Zudem werden die Wasserleitungen und der Kanal gleich mit hergerichtet. Wenn es nach Plan geht, sollten bis Mitte September bereits die ersten 100 Meter der Leitungen erledigt sein, ehe die Straßenbauarbeiten nachgezogen werden.


Blick in die Zukunft

Anschließend wandert die Baustelle weiter. In insgesamt drei Abschnitten geht es vom Rathaus-Bereich zur Festung hoch. Momentan endet das Baufenster für das gesamte Vorhaben im Mai 2019. Sollten die Arbeiten schneller vorankommen, hätte Löffler natürlich nichts dagegen. Sein Wunsch wäre, dass die ersten beiden Abschnitte noch bis Weihnachten fertig werden und Wasser- sowie Kanalarbeiten auch für den dritten. Doch wie weit sich Wunsch und Wirklichkeit am Ende decken werden, hängt von der Witterung ab.

"Bei Temperaturen unter fünf Grad lassen sich gewisse Dinge nicht mehr machen", erklärt Löffler, dass sich ein früher Kälteeinbruch negativ auf den Baufortschritt auswirken würde. Bis 2019 die Großveranstaltungen auf der Festung anstehen, soll die Straße aber auf alle Fälle fertig sein.
Ändern wird sich die Straßendecke. Ursprünglich war angedacht, in Teilen auf das alte Kalkpflaster zurückzugreifen. Heute winkt Löffler bei dieser Überlegung jedoch ab. Die Schäden daran sind zu groß. Zu wenige Steine ließen sich noch verwenden. Deshalb suchte die Stadt den Kontakt zum Landesamt für Denkmalpflege und fand eine Lösung. "Die Fahrbahn wird aus Granit-Großpflaster sein", erklärt Löffler. Die Randbereiche werden mit Betonpflaster gestaltet. "Es wird die Farbe Muschelkalk haben, damit wir uns an das alte Bild annähern."

Stadtkämmerer Wolfgang Günther erklärt auf Nachfrage, dass die Straßenausbaubeitragssatzung die Anlieger, also die wenigen privaten wie auch die öffentlichen Bereiche, mit einer stolzen Summe betroffen hätte. "Es ist eine Ersparnis von etwa 250 000 Euro für alle Anlieger", zieht er Bilanz.

Momentan ist die untere Zufahrt zur Festung gesperrt. Ist das für Besucher des Wahrzeichens ein Problem? Kerstin Löw stellt erfreut fest, dass die Lage zum Auftakt der Bauarbeiten sehr entspannt ist. "Es läuft bisher wunderbar. Es sind auch noch keine extra Anfragen gekommen", so die Leiterin des Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs. Für Busgruppen wurde schon im Vorfeld der Sperrung eigens eine Anfahrtsskizze entworfen. Und die Einzelreisenden zeigten sich sehr vernünftig. "Viele von ihnen parken in der unteren Stadt", berichtet Löw von ersten Erfahrungen.


Umleitung

Wer trotz der Sperrung etwas im Festungsbereich zu erledigen hat, dem stehen aktuell zwei Umleitungen zur Verfügung: Die eine Strecke führt aus nördlicher Richtung über Bernsroth, die andere über Dörfles. Über Bernsroth dürfen auf Grund der Bahnunterführung jedoch nur Pkw anfahren. Während dieser Regelung ist es wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer besondere Rücksicht aufeinander nehmen, schließlich sind im Umfeld der Festung auch viele Fußgänger unterwegs. Nach der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts wird die Zufahrt, beispielsweise zum Rathaus-Parkplatz, wieder von der Stadt her möglich sein.

Die Kosten für den Straßenbau beziffert Jochen Löffler mit rund 1,05 Millionen Euro. Hinzu kommen durch Eigenarbeiten der Stadtwerke (Verlegung Wasserleitungen) etwa 60 000 Euro und rund 25 000 Euro für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung.