Das Publikum fühlte sich glänzend unterhalten und sparte nicht mit Applaus. In die Disco gehende Elefanten, singende Mülltonnen, tanzende Katzen, zum Leben erweckte Spielsachen und rappende Lehrer: Das alles und noch viel mehr gab es bei den beiden "Bunten Abenden" der RS II im Kreiskulturraum zu bestaunen. Sowohl Konrektor Franz Mairoser als auch Direktor Uwe Schönfeld konnten sich in ihrer Begrüßung am Dienstag beziehungsweise Mittwoch über jeweils "volles Haus" und die Anwesenheit vieler Ehrengäste freuen.

Der erste Programmteil bestand aus einem bunten Potpourri musikalischer Beiträge sowie Tanzeinlagen, während der zweite ganz im Zeichen des Theaters stand. Der musikalische Reigen erstreckte sich nahezu über die ganze musikalische Bandbreite. Seinen anrührenden Beginn fand dieser mit der deutschen Fassung von Michael Jacksons Popballade "Heal The World", zum Klingen gebracht vom Bläserensemble und Gesangssolisten. Eine wahre Freude war es, den Nachwuchstalenten der Bläserklasse 5 b und 6 b zuzuhören. Von den Klassikern "Ode an die Freude", "School Spirit" und dem "Hard Rock Blues" über "Wenn der Elefant in die Disco geht" und "Pippi Langstrumpf" bis hin zu heimatlichen Klängen des "Frankenlied-Marsches" und der "Münchner Gemütlichkeit" war alles vertreten.

"Tierisch gut" war der Auftritt der Klasse 5 a, die das von ihrem Klassenkameraden Chima Iwuofor selbst (!) geschriebene Lied über die freche Katzendame "Mohrle" anstimmte und zwei liebreizende Stubentiger über die Bühne wirbeln ließ. Mitreißend waren die Tanzdarbietungen: Die Schülertanzgruppe rockte zu "Can´t stop the Feeling", während die Turn- und Tanzgruppe in einer mit akrobatischen Einlagen nur so gespickten Choreographie Spielsachen zum Leben erwachen ließ: etwas fürs Herz, ohne Kitsch, einfach nur schön! Wieder mit dabei war das zauberhafte - dem Stammpublikum bereits bekannte - Duo Lisa-Marie Engelhardt und Luisa Förtsch, die sich als "Black and Red" durch aktuelle Charthits tanzten. Kurz vor Ende des ersten Teils waltete Hausmeister Harry Engelhardt seines Amtes und beseitigte auf der Bühne hinterlassenen Abfall. Das Publikum staunte nicht schlecht, als plötzlich drei etwas seltsam anmutende Gestalten die Deckel der Mülltonnen öffneten und abwechselnd oder zusammen zum Muppets-Lied "Manna Manna" abrockten.
Obwohl die ständigen Kniebeugen für die "Drei fantastischen Vier" reinster Fitness-Sport waren, kamen die singenden Mülltonnen, die Lehrer Dirk Fischer, Felix Mayerhöfer und Christian Neumaier, um eine schweißtreibende "Lollipop"-Zugabe nicht herum.
Das Publikum tobte und hatte sich eine Pause zur "Abkühlung" redlich verdient. @schenputtel oder: "... dann chatten sie noch heute und leben glücklich bis zum Ende ihres Datenvolumens!" - So lautete der bedeutsame Titel des spritzig-frechen Theater-Musicals von Svenja Müller, dargeboten von den wieder einmal glänzend aufgelegten Nachwuchsmimen der Schulspielgruppe. Auf höchst unterhaltsame Art und Weise stellte die Autorin dabei die Bedeutung echter Freundschaften im Zeitalter von Social Media heraus. Und darum ging es: Nach dem Tod des offline-gegangenen Systemadministrator Steve I. Jobs, rüstet sich dessen ältester Sohn mit seiner ehrgeizigen Gemahlin Aschenputtel, seine Nachfolge zu übernehmen. Bevor der gutmütige Prinz jedoch den nächsten Level erreicht, wird er von seinem gemeinen Bruder Alex ausgebootet. Mit einer gefälschten Datei über die Zugangsfolge reißt dieser die Herrschaft an sich, krönt sich selbst zum Systemadministrator und wirft seine Verwandten aus dem Schloss. Beide suchen Hilfe bei Gretel - einer ehemals guten Freundin von Aschenputtel. Obwohl Aschenputtel den Kontakt schon vor Jahren abbrechen ließ, nehmen Gretel und Schneewittchen, deren Ehe das siebte Jahr nicht überstanden hat und nun ebenfalls mit im kleinen Lebkuchenhaus wohnt, das Paar bei sich auf. Doch Aschenputtel beschäftigen nur ihre eigenen Probleme und so daddelt sie, anstelle sich um ihre Freundinnen zu kümmern, lieber auf ihrem Smartphone herum. Die Freundinnen wenden sich ebenso von ihr ab wie auch ihr Ehemann, der sich ihrer Liebe nicht mehr sicher ist. Mithilfe eines umfassenden Evaluierungs-, Strukturierungs- und Analysierungs-Gespräch mit der guten Fee "Netflix" bekehrt sich Aschenputtel. Nachdem der Thronräuber mittels Facebook entlarvt wurde, könnten sie und ihr Mann nun die neuen Herrscher werden. Doch Aschenputtel interessiert das nicht mehr. Sie pfeift auf den Titel, zieht mit ihrem Ehemann lieber in ein kleines Häuschen und schenkt ihren Freundinnen das große Schloss.

Umrahmt wurden die Geschehnisse mit - vom Chor und dem Bläserensemble sehr harmonisch zum Klingen gebrachten - Hits unserer Tage. Riesenbeifall war ihnen hierfür ebenso sicher wie den Lehrern Dirk Fischer, Felix Mayerhöfer, Christian Neumeier und Alfred Zwosta, die mit einem megacoolen Rap die Geschichte eröffneten.
Zwei rundum gelungene Veranstaltungen, lustig-fröhlich aber auch mit nachdenklichen Momenten - So lautete schließlich das Fazit zweier wieder einmal toller "Bunter Abende", durch die das charmante Moderatoren-Trio Leonie Himmel, Erika Scheffler und Eva Kalamala führte. Für das Programm verantwortlich zeichneten die Lehrkräfte Axel Stumpf (Bläserensemble, Bläserklasse 6 b), Elke Buckreus (Klasse 5 a, Bläserklasse 5 b, Chor), Thomas Hauptmann (Schulspiel) sowie Susanne Zimmermann (Turn- und Tanzgruppe).